Totenbrauchtum und die Jenseitsvorstellungen der Kelten
Das Werk untersucht das Totenbrauchtum und die Jenseitsvorstellungen der Kelten anhand archäologischer Funde, antiker Quellen und inselkeltischer Mythen. Im Zentrum steht die Frage, wie die Kelten Sterben, Tod und das Leben danach verstanden.
Ausgehend von einer literarischen Rekonstruktion der Bestattung einer Fürstin werden Themen wie Rituale, Prozessionen, Opferhandlungen und Grabbeigaben behandelt. Der Vergleich mit realen Gräbern – etwa vom Glauberg, Vix oder Mitterkirchen – zeigt die Vielfalt der Bestattungssitten zwischen Hallstatt- und La-Tène-Zeit.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Glauben an die Unsterblichkeit der Seele. Antike Autoren berichten vom keltischen Glauben an Wiedergeburt, während archäologische Funde (reich ausgestattete Gräber, Totenopfer) eher auf die Vorstellung einer Anderswelt verweisen, einem glückseligen Ort jenseits des Meeres oder in Hügeln und Höhlen. Wahrscheinlich existierten beide Konzepte nebeneinander.
Weitere Themen sind Sonderbestattungen (Kinder, Sklaven, Menschenopfer), die Rolle der Druiden bei den Ritualen sowie die Ahnenverehrung, die Verstorbene zu göttlichen Schutzgestalten werden ließ.
Das Buch zeigt, dass Tod und Begräbnis im keltischen Weltbild nicht nur religiöse, sondern auch soziale und politische Dimensionen hatten.
© Claudia Jenik 2010