Dumnon Celticon – Mc Claudias ultimative Landkarte der antiken Keltiké

Hinweis zur Vergrößerung der Landkarte:

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Anschließend kann die Karte mit der Zoom-Geste vergrößert werden.

Lizenz der verwendeten Europakarte:
Wikipedia-Eintrag „Europa“. Karte „Map of administrative divisions of Europe“ von Wikimedia Commons mit Creative-Commons-Lizenz, link: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Europe,_administrative_divisions_-_de_-_colored.svg
Herstellungsart:
Ich, Claudia Jenik (Mc Claudia), habe die normale Europakarte mit dem Programm Paint 3D von Microsoft in die Keltenlandkarte verwandelt. Meine persönliche Lizenz: Ich erlaube hiemit allen Interessierten, diese meine Keltenlandkarte downzuloaden, zu verändern, wo anders zu veröffentlichen. Ich ersuche nur um Nennung meines Namens bzw. meiner Website www.cretimaceltica.at , wenn die Keltenlandkarte wo anders veröffentlicht wird. Da ich selbst diese Landkarte gratis zur Verfügung stelle, erwarte ich auch, dass meine Arbeit nicht von anderen zu kommerziellen Zwecken genutzt wird.


Meine Quellen:

Hauptquelle für alle angegebenen Stämme, Orte, archäologischen Beschreibungen und antiken Reiserouten ist das Atlas-Buch:
KOCH John T. et. al., „An Atlas for Celtic Studies – Archaeology and Names in Ancient Europe and Early Medieval Ireland, Britain, and Brittany“, Oxbow Books, Oxford, 2007, ISBN: 978-1-84217-309-1

Weiters:
BIRKHAN Helmut, „Kelten – Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur“, Verl. der österr. Akademie d. Wissenschaften, Wien 1997, ISBN: 3-7001-2609-3
und
Wikipedia bei einzelnen noch offenen Fragen.

Anwendung:

Die Landkarte ist dafür gedacht, sich einen Überblick über (fast) alle keltischen Stämme der Antike, ca. von 500 v. Chr. bis ca. 200 n. Chr., zu verschaffen. Weiters ist farblich gekennzeichnet, welche keltischen Gebiete von den Römern erobert wurden und dann in die gallorömische Kultur übergingen und welche nicht. Zusätzlich gibt es Markierungen und Schlagwörter über ausgewählte wichtige archäologische Infos, erste Sprachquellen, große keltische Wanderungen und einige ausgewählte Besonderheiten (sowohl Historisches als auch Archäologisches, Mythisches und Witziges).

Dadurch, dass die heutigen Staatsgrenzen eingezeichnet sind, weiß man gleich, wo ungefähr die Stämme siedelten. Egal also, wofür man das Wissen um die keltischen Stämme und deren Verortung benötigt, die Landkarte bietet einen schnellen allgemeinen Überblick.

Du kannst Dir gerne die große Landkarte herunterladen und für Dich weiterentwickeln!

Legende:

Der Name der Landkarte – DUMNON CELTICON – ist Gallisch und bedeutet: Keltische Welt.

Farbliche Hintergründe:

  • Blau: Meer
  • Gelb: Keltische Gebiete, die nach der Romanisierung Teil des Römischen Reichs waren
  • Grün: Keltische Gebiete hinter dem Limes, die also nie romanisiert wurden
  • Rosa: Römisches Reich außerhalb der keltischen Gebiete
  • Grau: Gebiete, wo es weder Kelten noch das römische Reich gab

 Weitläufige Ortsbezeichnungen der Antike sind in Arialschrift groß, blaut und fett:

Alle folgenden Beschriftungen sind in Times New Roman:

Stammesnamen sind alle in blauen Großbuchstaben angegeben. Große Stämme, die über riesige Gebiete verfügten, habe ich entweder mit erweiterten Buchstaben geschrieben oder gleich mehrmals untereinander / nebeneinander, um deren Gebiete abzudecken, z.B. die Vettones in Spanien oder die Aedui und Arverni in Frankreich. Dass einige Stämme an ganz verschiedenen Stellen auftauchen, hat mit deren Völkerwanderungen zu tun. Da sowohl Kochs Atlas als auch meine Landkarte die Antike von 500 v. Chr. bis in die Mitte der römischen Kaiserzeit abdeckt, überlappen sich damit verschiedene Siedlungsgebiete der selben Stämme. Gibt es sehr viele Stämme auf kleinem Raum, kommt es vor, dass diese nicht haargenau dort stehen, wo sie wirklich waren, da es sich platzmäßig nicht ausging. Wer also ganz genau wissen will, an welchen Plätzen die Stämme siedelten, sollte sich trotz meiner Landkarte nochmals auf Wikipedia oä. informieren. Die Landkarte bietet nur eine ungefähre Ortsgenauigkeit. Die größten Cluster, wo ich die Kleinstämme sogar ins Meer schreiben musste, weil der Platz fehlte, sind die spanische Nordwestküste bei Gallaecia und die französische Südostküste bei Monaco / Marseille. Die dortigen Stämme sind aber alle Kleinststämme.

Die mitteleuropäischen Gebiete, die aufgrund großer hallstattzeitlicher und früh-La-Tène-zeitlicher Funde wichtig sind, da dort aus archäologischer Sicht das Keltische mglw. begonnen hat, sind dunkelgrün umrandet und darin in roter Schrift beschrieben:

Neben den Gebieten, wo historisch oder archäologisch zur frühestmöglichen Zeit die keltischen Sprachen belegt sind, stehen in roter Schrift die entsprechenden Infos. (Nur Lepontisch steht im Mittelmeer, da bei den Lepontii kein Platz mehr war.):

Die dünnen blauen Doppelpfeilchen symbolisieren den kulturellen Austausch zwischen den verschiedenen keltischen Gebieten und zugleich die noch offene Frage, wo das Keltische wirklich ursprünglich entstanden ist:

Im Westen gibt es einige dunkelgrün eingekreiste Gebiete, die auch grün beschriftet sind. Es handelt sich um große Gebiete mit außergewöhnlichen Funden:

Rote lange Pfeile, die auch rot beschriftet sind, zeigen Wanderbewegungen:

Die Bronzeschilde an den verschiedenen Stellen markieren besondere Orte. Die Beschreibungen derselben befinden sich daneben in blauer kleinster Schrift:

Überblick über die möglichen Ursprünge der Kelten

Da ich hier nur einen kurzen Überblick in Bezug auf meine Landkarte anbiete, empfehle ich, bei Interesse in keltologischer Fachliteratur zu schmökern. Meine Quellen sind die beiden oben angegebenen Bücher, und zwar:
John Kochs Atlas, S. 9 ff.
Birkhans „Bibel“, S. 37 ff.

Ich stelle hier drei Möglichkeiten der keltischen Ursprünge vor:

  1. Die ersten Sprachzeugnisse:

    Auf meiner Landkarte habe ich die frühesten Sprachzeugnisse in roter Schrift angegeben. Dies habe ich 1:1 von Kochs Atlas übernommen.

    Rein archäologisch gibt es die ersten epigraphischen Funde aus dem 6. Jhdt. v. Chr., allerdings nur aus dem Lepontischen Gebiet (Südschweiz / Norditalien – Seengebiet). Die nächsten archäologischen Sprachzeugnisse gibt es ab dem 4. Jhdt. v. Chr. aus dem Gebiet um Massalia / Marseille – also auch ein sehr kleines Gebiet. Einige Gallische Inschriften kommen dann 200 Jahre später, und das Gros an Inschriften kommt erst mit der Romanisierung. Keltiberische Sprachzeugnisse gibt es erst ab dem 2. Jhdt. v. Chr. Inschriften auf den Britischen Inseln sind selten und stammen auch erst aus der Römerzeit. Die Keltengebiete außerhalb des Römischen Reiches liefern in der Antike so gut wie keine Inschriften. (Die Ogamschrift in Irland beginnt erst in der Spätantike.)

    Nimmt man also ausschließlich die Epigraphik als Beweis, hat die keltische Kultur im schweizerischen Tessin und in den italienischen Regionen Lombardei und Piemont begonnen.

    Nun gibt es aber eine ganze Menge historisches Material. Diverse griechische und römische Autoren, die die damalige Welt beschrieben, haben immer wieder Gebiete, Stämme und Orte mit definitiv keltischen Namen angeführt. Die  frühesten Vertreter waren Hekataios (6. Jhdt. v. Chr.), Herodot (5. Jhdt. v. Chr.) und danach Rufius Festus Avienus (4. Jhdt. v. Chr.), der sich auf Herodot beruft. Die drei nennen u.a. für die Iberische Halbinsel, Irland, Südfrankreich und England keltische Bezeichnungen. Wären diese Länder erst in der La Tène-Zeit (ca. 450 v. Chr.) keltisiert worden, ließen sich die keltischen Ortsnamen so früh nicht erklären, es sei denn, alle Länder sind innerhalb kürzester Zeit (wahrscheinlich kriegerisch) keltisch annektiert worden. Man kann also möglicherweise davon ausgehen, dass die Keltisierung von ganz West- und Mitteleuropa irgendwann in der Hallstattzeit stattgefunden haben muss, sodass sich die keltischen Ortsnamen im 5. Jhdt. v. Chr. ausgehen. Die Frage, wo die keltische Sprache ursprünglich entstanden ist, wird damit aber nicht beantwortet. Dass halb Europavon heute auf morgen die selbe Sprache entwickelt hatte, ist ziemlich unwahrscheinlich. Ein kleines Gebiet, wo sie entstanden ist, muss es gegeben haben …

    2. Archäologische Evidenz:

    Rein archäologisch gesehen müsste man den Beginn der Kelten in den grün umrandeten Gebieten sehen: Tschechien, Österreich, Slowenien, Norditalien, Schweiz, Liechtenstein, Süddeutschland, Ostfrankreich. Dort ist entweder die Hallstattkultur oder die frühe La Tène-Kultur reichlich vorhanden. Da sich die La Tène-Kultur aber eher aus der Westhallstattkultur entwickelte (auf der Landkarte stimmt dies ca. mit der Hallstatt-C-Kultur überein), fallen Österreich, Italien und Slowenien damit weitgehend weg, da dort die Osthallstattkultur herrschte. Archäologisch bleiben dann als mögliche Ursprungsgebiete ungefähr: Tschechien, Schweiz, Süddeutschland, Ostfrankreich.

    3. Historische / Mythische Vorstellungen

    Nimmt man die griechischen und römischen Autoren her, gibt es einige Möglichkeiten, wo der Ursprung der Kelten gewesen sein könnte:

    • Einige Autoren nennen als mythischen Ort die Hercynischen Wälder – Tschechien
    • lt. Herodot ist es Pyrene – Heuneburg? oder auch der Schwarzwald, wo die Donau entspringt – Baden-Württemberg
    • Lt. Livius das Gebiet der Bituriges, wo die Wanderungen um 600 v. Chr. von Bellovesos und Segovesos begonnen haben – ca. die französische RegionCentre
    • Lt. Timagenes (geschrieben von Ammianus Marcellinus) lehrten die Druiden, dass die Kelten aus verschiedenen Gebieten, nämlich von den Inseln (wahrscheinlich Irland und Britannien) und vom anderen Rheinufer (also aus Deutschland und Tschechien) nach Gallien (heute Frankreich) gekommen sind. Einige Kelten sollen sogar aus Troia abstammen! 🙂
    • Und Cäsar schließlich schreibt, dass die Lehre der Druiden aus England kommt. Das könnte auch bedeuten, dass Teile der keltischen (religiösen) Kultur an sich aus England gekommen sind.

    Durch die drei Herangehensweisen – Sprache, Archäologie, Historie – weiß man zumindest, dass in dem Gebiet von Frankreich, Süddeutschland, Tschechien, Schweiz das Keltische wahrscheinlich seinen Ursprung hat. Möglicherweise kommt auch einiges von den britischen Inseln.

    Zum Schluss noch eine interessante Sache: Eines der blauen Doppelpfeilchen ist absichtlich zwischen Spanien und Irland. Der Grund ist der, dass sowohl die irische als auch die keltiberische Sprache qu-keltisch ist (während das britannische und gallische Keltisch weitgehend p-keltisch sind). Da Spanien auch immer wieder mal in irischen Mythen als eines der Herkunftsländer genannt wird (z.B. soll der Kulturbringer Partholon aus Spanien gekommen sein) und die La-Tène-Funde in Irland gering sind und auf der Iberischen Halbinsel fast gar nicht vorkommen, könnte es sein, dass zwischen der Iberischen Halbinsel und Irland ein eigener kultureller Austausch stattgefunden hat.

    Die keltische Grenze und ihre Ausläufer

    Nach der ersten Keltisierung in der Hallstattzeit ist ganz West- und Mitteleuropa jedenfalls zutiefst keltisch. Entweder die Archäologie oder die Sprache oder die Historie oder mehrere Quellen bestätigen dies. Durch Wanderungsbewegungen und teilweise auch kulturellen Austausch verbreitet sich das Keltische in der La Tène-Zeit auch Richtung Osten, wo aber die drei Evidenzen (Sprache, Archäologie, Historie) immer weniger werden. Die in der Landkarte eingezeichnete keltische Grenze ist also nicht ein keltischer Limes sondern eine sehr unscharfe Grenze, wo sich die Kelten mit den anderen Kulturen oft die Orte teilten. Auch im Norden (Polen, Ukraine, Deutschland) zerfransen die Siedlungsgebiete, je nördlicher man geht, bis einfach nichts Keltisches mehr vorhanden ist.   

    Interessant ist der Ring, der sich in der La Tène-Zeit in Osteuropa gebildet hat (siehe unten – „Die zweite Welle“): So findet man die Kelten in West- und Nordost-Ungarn, Südwest-Ukraine, Moldau, Ost-Rumänien, Nord-Bulgarien, Mitten in Serbien und in Nordost-Kroatien. Südlich des Ringes sind die Illyrer, Thraker und Griechen und nördlich davon die Germanen und Reitervölker. In der Ringmitte, die aus fast ganz Rumänien (Daker), dem Osten Ungarns (Iazyges) und dem Norden von Serbien besteht, sind nur zwei kleine Siedlungsgebiete archäologisch ergraben worden. Stämme unbekannt. Dass der östliche Ringteil nicht nur von Kelten besiedelt war, wurde bereits erklärt. Die ganzen Völker habe ich weiter unten angegeben: „Die anderen Völker“.

    Die östlichsten Ausläufer der keltischen Wanderungen, die ebenfalls nicht lange von Bestand waren, finden sich in der Ukraine bei den Dnepr-Stauseen (Stämme dort unbekannt) und an der Nordwestspitze der Türkei, südöstlich von Istanbul: die Aigosages und und Daguteni.

    Während also die keltischen Siedlungen im östlichen Ring und darüberhinaus nicht von Dauer waren und sich die Kelten spätestens mit der Romanisierung mit den dortigen Völkern vermischten und später kaum mehr vorhanden waren, ist Galatia mitten in der Türkei die einzige keltische Kolonie, die bis zum Untergang des römischen Reiches bestehen blieb.

    Im Norden (also östlich des Rheins und nördlich der Donau) wurden die Kelten ca. ab dem Ende der La Tène-Zeit und mit Beginn des römischen Kaiserreichs nach und nach von den Germanen zurückgedrängt, bis letztlich hinter dem Limes in den „Hercynischen Wäldern“ keine Kelten mehr vorhanden waren oder sich mit den Germanen vermischt hatten.

    Während der römischen Kaiserzeit waren die Kelten also in ganz Westeuropa noch vorhanden. Mitteleuropa hatte den Limes als Grenze und Norditalien war in dieser Zeit zu romanisiert, sodass die dortigen Boii, Senones etc. kaum mehr kulturell vorhanden waren. Die östlichsten Kelten auf europäischem Gebiet dürften die Scordisci gewesen sein. Ganz im Osten befand sich Galatia, und die einzigen nicht-römischen Keltengebiete waren nur mehr Schottland und Irland (und die Isle of Man).

    Trotz der Romanisierung waren die Kelten im Römischen Reich vorhanden. Es wurde weiterhin neben Latein auch Keltisch gesprochen, die keltische Götterverehrung fand in einer Mischung aus keltischer und römischer Religion statt, die Druiden dürften zum Großteil römische Jobangebote (Priester, Philosophen, Ärzte etc.) angenommen haben, keltische Adlige waren romanisiert und herrschten weiter, unzählige Ortsnamen blieben teilweise bis in die heutige Zeit keltisch. Die Kelten waren also im römischen Reich nicht vernichtet sondern haben die galloromanische Hybridkultur entwickelt und offenbar ganz passabel gelebt.

    Das Ende der Kelten lässt sich im Gegensatz zum Anfang derselben leicht erklären:

    Es wurde nach und nach mit dem Untergang des römischen Reichs, der Christianisierung und den immer mächtiger werdenden germanischen Reichen während der Völkerwanderung eingeläutet. Neben der Entwicklung der heute noch bestehenden Enklave der Inselkelten (Bretagne, Schottland, Irland, Wales, Cornwall, Isle of Man) dürfte sich das Keltische in der Spätantike und im Frühmittelalter noch am längsten in Teilen Englands und möglicherweise auch in Teilen Iberiens (Galicien?) erhalten haben, bis auch dort das Germanische die Oberhand gewann. Galatia ist nach und nach hellenisiert und letztlich vom Byzanthinischen Reich absorbiert worden.

    Die keltischen Völkerwanderungen

    Neben einzelnen reisefreudigen Stämmen (Boii, Volcae Tectosages …) sind die zwei größten Völkerwanderungen von historischer Wichtigkeit. Beide sind in der Landkarte mit roten Pfeilen markiert.

    Die erste Welle

    Die erste Wanderung gibt es als Mythos und als archäologisch / historisch bezeugten Fall. Zuerst zum Mythos, der von Titus Livius überliefert wurde:

    Wir schreiben ca. das Jahr 600 v. Chr. Der Häuptling der Bituriges, Ambicatos, beschloss wegen Überbevölkerung seine Neffen Bellovesos und Segovesos mit Teilen von Stämmen auf Wanderschaft zu schicken. Segovesos musste in die Hercynischen Wälder (also nach Tschechien), und Bellovesos marschierte nach Massalia, wo er diese Stadt mit den Griechen gründete. Dann wanderte er mit seinen Stämmen weiter über die Alpen nach Norditalien und gründete auch noch Mediolanon (Mailand).

    Soweit der Mythos. Historisch und archäologisch ist zwar die Völkerwanderung belegt, aber nicht so mystisch. Einige Kelten sind (vielleicht wirklich ab dem 6. Jhdt. v. Chr.?) von der Marne-, der Rhein-Mosel- und der böhmischen Kultur nach Italien gewandert. Die dortigen unzähligen La Tène-zeitlichen Funde könnten die Überbevölkerung belegen. In Norditalien siedelten dann ab ca. 400 v. Chr. einige Stämme (Senones, Lingones, Boii), die es auch nördlich (Frankreich, Tschechien) gibt. Von Norditalien ist 390 oder 387 v. Chr. dann das Heer unter Brennos I. nach Rom einmarschiert (und mittels Gold dann wieder zurückgewandert – Rom konnte sich im letzten Moment freikaufen). Die Kelten verblieben in Norditalien, bis sie nach und nach durch die Ausdehnung des Römischen Reichs vertrieben oder romanisiert wurden.

    Die zweite Welle

    Die zweite Wanderung war eher eine rein militärische. Im 3. Jhdt. v. Chr. marschierte ein Heer aus verschiedenen Stämmen unter Brennos II. Richtung Griechenland. Das Ziel war eindeutig: Goldraub aus dem Orakel in Delphi. Wirklich gelungen ist es nicht (Apollon konnte mit Blitz und Donner seinen Temenos verteidigen), aber angeblich soll einiges an delphischem Gold durch die zurückkehrenden Krieger (und Kriegerinnen?) dem Nemeton der Stadt Tolosa (Toulouse) geopfert worden sein. (Blöderweise wurde 170 Jahre später dieser Goldschatz von den Römern wieder zurückgeraubt.)

    Egal – die meisten Kelten hatten nach der Niederlage in Delphi keine Lust aufs Zurückkehren sondern wanderten durch Griechenland nach Thrakien (Bulgarien). Dort gründete ein gewisser Komontorios auf die Schnelle sein eigenes Königreich, namens Tylis. (Man gönnt sich ja sonst nichts.) Einige Kelten fanden dort ihr neues Zuhause, andere ließen sich von Nikomedes I. als Söldner anwerben und kämpften für ihn in Kleinasien. Danach war ihnen langweilig, und sie zogen raubend durch die Gegend (und überfielen schon wieder einen Apollontempel, nämlich den riesengroßen in Didyma). 269 reichte es dem dortigen Herrscher Antiochos. In einer Schlacht mit lauter Kriegselephanten siegte er über den keltischen Räuberhaufen, zeigte sich aber großzügig und schenkte den Besiegten ein großes Land in der heutigen Türkei, und zwar das Gebiet um Ankara, das damals vor allem von den Phrygiern bewohnt war. Platz war jedenfalls genug, denn neben den Phrygiern gründeten die Kelten dort ihre einzige wirkliche Kolonie: Galatia.

    Die anderen Völker

    Um nicht noch mehr Kompliziertheit in die Landkarte zu bringen, habe ich es vermieden, die nichtkeltischen Völker, Stämme und Reiche einzufügen. Hier ein kurzer Überblick über die Völker, die sich in der La Tène-Zeit (späte Eisenzeit) mit den Kelten das Gebiet teilten oder deren Nachbarn waren:

    Spanien und Portugal: Verschiedenste Iberische indigene VölkerVascones,Turduli, Oretani, Bastetani, Turdetani …, in früheren Zeiten bei den südlichen Häfen: Phönizier
    Frankreich: Aquitanier im Südwesten und bei den Pyrenäen und Griechen um Massalia.
    Niederlande: Germanen (Friesen) hinter dem Limes
    Schweiz: Räter im Osten
    Deutschland: Verschiedenste Germanische Völker nördlich der Kelten: Cheruski, Quadi, Chatti, Bructeri, Marcomanni, Mattiaci, Usipetes …
    Italien: im Norden ein Zusammenleben und eine Nachbarschaft mit Etruskern und italischen Stämmen: Veneter, Ligurer, Umbrier … – Südlich hat in dieser Zeit bereits Rom begonnen, seine Macht auszudehnen – also Römer.
    Liechtenstein: Räter
    Österreich: Im Westen: Räter, im Süden: Veneter
    Slowenien: Veneter
    Kroatien: Illyrer (Liburni, Iapodes)
    Bosnien und Herzegowina: Illyrer
    Serbien: Autariatae, Dardani, Triballi
    Polen: Nördlich der Kelten: Germanen, Slawen (bzw. deren Vorläufer), Balten, Skythen
    Ungarn: östlich der Donau: Iazyges (Sarmatische Reiterkrieger)
    Rumänien: Daker
    Ukraine: Reitervölker – Kimmerer, Sarmater, Skythen
    Bulgarien: Thraker
    Moldau: Daker, Carpi
    Türkei: Mitbewohner in Galatia: Phryger. Mitbewohner bei den Aigosages und Daguteni: Griechen und Phryger. Völker rund um Galatia: Lykaones, Pisider, Lyder, Bithynier, Paphlagonier, Griechen, Seleukiden, Perser.

    Folgende heutige Staaten waren in der La Tène-Zeit offenbar ziemlich ausschließlich keltisch bzw. wurden die früheren indigenen Völker vollständig von den Kelten assimiliert. Andere Völker sind dort für die späte Eisenzeit nicht bekannt:

    Irland, Britische Inseln, Belgien, Luxemburg, Tschechien, Slowakei.

    Dumnon Celticon und die Große Karte der keltischen Siedlungsgebiete – ein Zukunftsprojekt

    Die Dumnon Celticon-Karte habe ich 2022 in erster Linie gebastelt, weil ich damals keinerlei Ahnung hatte, dass es sowas wie Open Street Maps, uMaps etc. gibt, die man für eigene Landkarten praktisch nutzen kann. Jetzt, 2026, bin ich durch meine Webdesignerin darauf gebracht worden, weshalb ich dies in Zukunft als großes Projekt auch vorhabe. 

    Der erste Teil, nämlich das Kartengerüst der keltischen Siedlungsgebiete, ist bereits fertig:
    link zu den Siedlungsgebieten

    Jedes „Ringerl“ erhält in Zukunft nach und nach einen eigenen Artikel über sein Gebiet. Und für jeden Artikel habe ich vor, eine entsprechende Karte dieses Gebietes einzubauen, wo alle wichtigen Orte markiert sind. Da dieses Projekt sicherlich noch mehrere Jahre dauert, kann man bis dahin meine Dumnon Celticon-Karte nutzen sowie folgende interessante Pläne im Internet:

    Carte-de-la-Gaule-et-des-Peuples-Gaulois:
    Eine Karte, die die gallischen und inselkeltischen Stämme in ihren historischen Gebieten zeigt:
    https://umap.openstreetmap.fr/fr/map/carte-de-la-gaule-et-des-peuples-gaulois_905100#6/47.182/0.571

    Imperium-Ahlfeldt:
    Atlas des römischen Reiches:

    https://imperium.ahlfeldt.se/?utm_source=chatgpt.com

    Omnes Viae:
    Was wäre, wenn man im antiken römischen Reich mit dem Plan der Tabula Peutingeriana durch die Gegend reist? Und wenn die damaligen Leute ein Navi gehabt hätten (aber keinerlei Fluggeräte oder Kfzs), wie lange dauerte eine Reise von Roma nach Londinium?

    https://omnesviae.org/nobis

    Vici.org:
    Bei diesem virtuellen Atlas zur Archäologie kann jede:r mitmachen (ähnlich wie gei google-maps). Das Hauptaugenmerk liegt zwar in der klassischen Antike (und dem römischen Reich), aber man kann dort alle antiken archäologischen Fundstellen platzieren.

    https://vici.org

    In diesem Sinne: viel Spaß beim Zeitreisen zu den antiken Kelten!

    Mc Claudia