Österreich: Niederösterreich und Wien – Süden

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Gebiet in der Antike:

REGNUM lat. „Königreich“, NORICUM kelt. „Stärke, Kraft“
PANNONIA SUPERIOR lat. „Ober-Pannonien“, die Etymologie von Pannonia ist unklar.
Ab dem 1. Jhdt. v. Chr. bis 15 v. Chr gehörte ganz Niederösterreich südlich der Donau zum REGNUM NORICUM. (Der südöstliche Zipfel von Niederösterreich war schon vorher dabei.) Nach der römischen Assimilierung wurde Noricum eine Provinz, wobei sich auch die östliche Grenze von Noricum etwas nach Westen verschob. Sie verlief nun cirka von Zeiselmauer am Limes bis zu den Alpen im Gebiet ungefähr zwischen Steinalpl und Raxplateau. Das östliche Drittel des „südlichen Niederösterreichs“ gehörte dann zu Pannonia, und ab dem 2. Jhdt. nach Christus zu Pannonia Superior.

Landschaften und Gewässer:

Landschaften:

Alpen < ALPES „die weißen“
Wienerwald < CETIUS MONS kelt. „Wald“ und lat. „Berg“

Gewässer:

Donau < DANUVIOS „Fließender, Fluss“
Erlauf < ARELAPE, lat. oder. illyr. „Fluss“
Traisen < TRAGISAMA „die sehr Schnelle“
Wienfluss < ACAUNOS „Stein“

Stämme:

Die Namen der Stämme in Niederösterreich südlich der Donau sind weitgehend unbekannt.
Möglicherweise gab es Einflüsse vom Nordufer der Donau vor allem von den Boii, aber auch von den Kampi (germ. oder kelt.?) und den Tectosages. Aus dem Süden könnte es Einfluss der Stämme Latobici, Uperakes und Norici, aus dem Osten der Taurisci, Arabiates/Arivates und auch Boii gegeben haben. Letzteres ist durch den Fund eines boischen 24stel Stater (Münze) möglicherweise belegt, welcher im Oppidum bei Schwarzenbach gefunden wurde.

verehrte Gottheiten:

belegt (Inschriften / Bildnisse):

ACAUNOS, AERECURA, DANUVIOS, EPONA, KARNUNTINA, KARNUNTINOS, SIRONA

indirekt erschlossen:

ALPES: mögliche Verehrung im Alpenbereich, vor allem an den Pässen
BELENOS: wird literarisch als Gott von Noricum genannt.
GRANNOS: siehe Wien
NOREIA: mögliche Hauptgöttin von Noricum.
TARANIS: siehe Carnuntum

Limes von West nach Ost:

Albing:

röm. Legionslager, nie fertiggestellt.

St. Pantaleon-Stein:

röm. Kastell.

Wallsee < ADIUVENSE:

lat. „Dienst leisten“
röm. Kastell.
heute: Römermuseum und Römerwelt Wallsee.

Ybbs:

röm. Kleinkastell, Wachtürme.
heute: Stadtmuseum Ybbs.

Pöchlarn < ARELAPE:

lat. oder illyr. für den Fluss Erlauf.
röm. Kastell.
heute: Stadtmuseum Arelape-Bechelaren-Pöchlarn.

Blashausgraben:

röm. Wachturm.

St. Johann im Mauerthale:

röm. Wachturm.

Bacharnsdorf:

röm. Wachturm.

St. Lorenz:

röm. Wachturm.

Windstalgraben:

röm. Wachturm.

Mautern < FAVIANIS:

lat. Eigenname? FAVIAN…
röm. Kastell.
Gottheiten: AERECURA
heute: Ausstellung im Stadtgemeindeamt.

Burgus Hollenburg:

röm. Kleinkastell.

Traismauer < AUGUSTIANIS:

lat. „kaiserlich“
röm. Kastell.
heute: Schloss Traismauer, Unterkirche Traismauer.

Zwentendorf < ASTURIS:

lat. „Städtchen“
röm. Kastell.
heute: Museum Zwentendorf.

Tulln < COMAGENIS / COMAGENA:

„Gefilde, Felder“?
röm. Kastell.
heute: Römermuseum Tulln.

Zeiselmauer < CANNABIACA:

„Platz, der dem Cannavos gehört“?
röm. Kastell.
heute: Ausstellung im Gemeindeamt.

Klosterneuburg < ARRIANIS:

lat., unbekannter Name.
röm. Kastell.
heute: Stift Klosterneuburg.

Wien < VINDOBONA:

„die weiße, helle, offene“
La Tène-zeitliche Siedlungen und Gräberfelder > röm. Legionslager und Zivilstadt.
Gottheiten: ACAUNOS, SIRONA.
möglicherweise auch GRANNOS, da die zwei Weihesteine für SIRONA den Apollon und einer auch den Aesculapius nennen.
heute: Römermuseum in Wien.

Schwechat < ALA NOVA:

lat. „neue Hilfstruppen, Reiterei“
La Tène-zeitliche Siedlung > röm. Kastell.

Fischamend < AEQUINOCTIUM:

lat. „Tagundnachtgleiche“
röm. Kastell.

CARNUNTUM (von Petronell bis Bad Deutsch-Altenburg):

„Härte, Horn“
La Tène-zeitliches Gräberfeld u. mgl. keltisches CARNUNTUM > röm. Legionslager und Zivilstadt.
Der Historiker Velleius Paterculus erwähnt ein Carnuntum im Regnum Noricum. Wo sich dies genau befand, ist unbekannt. Möglicherweise eine Siedlung vor der römischern Überbauung? Die röm. Zivilstadt war jedenfalls riesig, es gab sogar zwei Amphitheater.
Gottheiten: DANUVIOS, EPONA, KARNUNTINA u. KARNUNTINOS.
mglw. auch TARANIS: Es gab eine Iuppitersäule und einen Iuppiter-Tempel am Pfaffenberg. TARANIS könnte für die Kelten damit gemeint sein.
heute: archäologischer Park Carnuntum, Museum Carnuntinum in Bad Deutsch-Altenburg, Museum Petronell-Carnuntum, heute noch sichtbar: die zwei Amphitheater und das Heidentor.

Orte diesseits des Limes von A bis Z:

Kalenderberg / Mödling:

Ausgrabungsstätte und Namensgeber der hallstattzeitlichen Kalenderbergkultur (HaC u. HaD1)).

Kuffern:

Frühlatènezeitliches Gräberfeld.
Berühmte Situla von Kuffern.
heute: die Situla von Kuffern ist im Naturhistorischen Museum Wien.

Leopoldsberg / Wien:

Keltische Siedlung am Gipfel.

Mannersdorf am Leithagebirge:

La Tène-zeitliches Gräberfeld.

Neunkirchen:

La Tène-zeitliches Gräberfeld.

Ossarn:

Große La Tène-zeitliche Nekropole.

Pottenbrunn:

Großes La Tène-zeitliches Gräberfeld.

Schwarzenbach:

La Tène-zeitliches Oppidum.
heute: Freilichtmuseum.

St. Pölten < AELIUM CETIUM:

lat. Aelium „zu Aelius gehörend“ und kelt. „Wald“
La Tène-zeitliche Siedlungen und Gräber > röm. Stadt.

Traisental:

Unzählige keltische Fundstellen: La Tène-zeitliche Gräberfelder und Siedlungen.

Quellen und Info zu den keltischen Siedlungsgebieten