Quellenmaterial und Erklärung zu den keltischen Siedlungsgebieten
Über den Aufbau der keltischen Siedlungsgebiete:
Hier findest Du erst einmal die Übersichtskarte mit allen einzelnen ca. 320 Siedlungsgebieten. Diese sind auf der Karte als rosa Ringerl und darunter als Liste dargestellt. Sobald ein Gebiet einen Beitrag hat, ist dieser sowohl auf der Landkarte mit seinem Ringerl als auch unten auf der Liste als Hyperlink erreichbar.
Die einzelnen Siedlungsgebiete, die je einen Beitrag erhalten, entsprechen meistens auch den heute offiziellen Provinzen / Bundesländern.
Ausnahmen sind:
Kleinstaaten: die sind natürlich das Gebiet an sich
Kleinststaaten: Sind Teil des umliegenden Bundeslandes (Monaco, San Marino)
Gebiete mit unzähligen Fundstellen: Hier habe ich auch die offiziellen Bundesländer noch halbiert.
Gebiete mit sehr wenigen Fundstellen: Hier habe ich mehrere Bundesländer zusammengefasst.
Keltische Exklaven, nur teilweise besiedelt: Hier habe ich genau das antike Gebiet als Vorlage genommen und die heutigen dort befindlichen Bundesländer zur Info dazugeschrieben.
Über die einzelnen Beiträge zu den Siedlungsgebieten:
Jedes einzelne Siedlungsgebiet ist als Landkarte (von uMap) im Beitrag oben eingebettet. Die ganzen Orte, die im Beitrag kurz erklärt sind, findet man auch auf der Landkarte. Da ein wichtiger Teil meines Projekts, nämlich die Gottheiten, die in der keltischen Antike verehrt wurden, hauptsächlich durch Inschriften in der römischen Kaiserzeit bekannt sind, außerhalb des römischen Reiches aber weitgehend unbekannt sind, habe ich den Limes mit roten Markern eingebaut. Diesseits des Limes haben alle Orte blaue Marker, jenseits des Limes sind alle Marker grün. (Der heutige keltische Gürtel bildet bezüglich bekannter Gottheitennamen eine Ausnahme, wenn auch nur durch christliche mittelalterliche Handschriften, Folklore und mythische Ortsnamen, die man allerdings in die vorchristliche Zeit rückinterpretieren kann.)
Stammesnamen, Landschaftsnamen etc. kann man im uMap leider nicht einpflegen. Man kann bei uMap nur Orte (Marker) und abgegrenzte Bereiche eingeben. Genaue Grenzen waren aber in der Antike weder bei den Stämmen noch bei Ländern oder römischen Provinzen üblich. Es gab Landmarken (z.B. Gebirge) oder Gewässer (z.B. Flüsse), die natürliche Grenzen bildeten, vielleicht auch Grenzsteine bei Stämmen – aber im Allgemeinen war eine Grenze einfach ein „ungefähr“. Eine eindeutige Grenzziehung wie bei heutigen Staaten ist in einer antiken Landkarte also eher kontraproduktiv. Wenn Du Dir also einen Überblick über die keltischen Stämme machen willst, dann schau einfach zu meiner selbstgebastelten Landkarte Dumnon Celticon.
Zurück zum Aufbau meiner Gebiets-Beiträge:
So vorhanden, enthält jeder Beitrag eine kurze Erklärung zum antiken Namen, römische Provinz um ca. 100 – 200 n.Chr., antike Namen dortiger Landschaften und Gewässer, dortige Stämme, dort verehrten Gottheiten. Neben den antiken keltischen Namen (und im heutigen keltischen Gürtel auch neben modernen keltischen Namen) habe ich in Anführungszeichen immer die Übersetzung dazugeschrieben (wenn unklar, mit Fragezeichen). Handelt es sich um eine andere Sprache (meist Latein), steht „lat.“ dabei. Steht nichts dabei, ist immer „keltisch“ gemeint.
Die Pfeilchen < > zeigen nur die Chronologie an. In der uMap habe ich den ANTIKEN NAMEN zuerst geschrieben, dann > heutiger Name. Im Beitrag ist es umgekehrt, da man die heutigen Namen meist besser kennt: heutiger Name < ANTIKER NAME. Auch bei der Kurzerklärung, warum der Ort in meinem Beitrag ist, habe ich die Pfeilchen als Chronologie-Symbol verwendet. Z.B. Hallstattzeitliches Siedlungsgebiet > La Tène-zeitliches Oppidum > röm. Stadt.
Folgende Arten von Orten habe ich vor, in die Landkarte einzupflegen:
- alle römischen Limes-Orte am gesamten Limes
- alle wichtigen Orte, wo archäologisch mögliches oder sicheres „Keltisches“ gefunden wurde: von der Hallstattzeit bis in die römische Kaiserzeit
- alle Orte, deren antiker Name bekannt ist und mglw. oder sicher als keltisch gilt
- alle Orte, wo keltische Gottheiten erwiesenermaßen verehrt worden sind
- wenn bekannt: wichtige historische Orte, wo die Kelten schlagend, politisch oder sonstwie stark involviert waren
- literarisch bekannte keltische Orte, auch wenn deren genaue Stelle unbekannt ist
- im keltischen Gürtel: wichtige mythologische und frühmittelalterliche Orte, die mglw. auch in der vorchristlichen Eisenzeit genutzt worden sind
- und hie und da auch eine kleine lustige Überraschung – man sollte auch wissen, wo Asterix zu Hause ist! 🙂
Auf ganz genaue Erklärungen, historische Ereignisse etc. verzichte ich. Auch links zu anderen Websites vermeide ich eher, da sich diese schnell ändern können. Es soll nur einen Überblick verschaffen. Bei mehr Interesse empfehle ich die entsprechenden Quellen und andere darauf spezialisierte Websites – und natürlich am besten eine reale Reise an den Ort, den man unbedingt kennenlernen möchte! Denn einer der wichtigsten Gründe, warum ich diese Landkarte begonnen habe ist, dass Keltenfans auf (ehemaligen) keltischen Landen jederzeit wissen, wo der nächste keltische Platz ist, falls man meditieren, beten, ritualisieren oder einfach nur den Ort besuchen will. 🙂
Meine wichtigsten Quellen zu den Beiträgen:
Bücher
FALILEYEV Alexander, GOHIL Ashwin E. u. WARD Naomi,
Dictionary of Continental Celtic Place-Names,
CMCS Pbl., Aberystwyth 2010, ISBN: 978-0-9557182-3-6
WISSENSCHAFT: Ausführliches Lexikon festlandkeltischer Orts-, Stammes- und Flussnamen. Das einzige, das mir fehlt, ist Noreia und Noricum …
KOCH John T. et al,
An Atlas for Celtic Studies – Archaeology and Names in Ancient Europe and Early Medieval Ireland, Britain, and Brittany,
Oxbow Books, Oxford 2007, ISBN: 978 1 84217 309 1
Der ultimative Atlas zur keltischen Kultur, mit großen Farbkarten von der Hallstattzeit bis zu den Inselkelten des frühen Mittelalters. Eingezeichnet sind archäologische Funde, Fundorte, Stammesgebiete und antike Städte und Orte. Für alle, die tiefer in die Keltologie eintauchen wollen.
SIEVERS Susanne et.al. (Hrsg.),
Lexikon zur keltischen Archäologie, Band 1 (A-K) und Band 2 (L-Z)
Reihe: Mitteilungen der prähistorischen Kommission, Band 73, Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN: 978-3-7001-6765-5
Sehr umfassendes Lexikon (mehr als 2000 Seiten) über archäologische Fundorte und einiges mehr. Focus Mitteleuropa. Ein Muss für alle Keltenfans.
Websites
Folgende Websites nutze ich als reiche Informationsquelle dankenswerterweise für fast jeden Beitrag zu den keltischen Siedlungsgebieten:
https://vici.org
VICI.org ist eine riesige Landkarte, die wie Wikipedia funktioniert und auf die klassische Archäologie (Griechen, Römer …) spezialisiert ist. Im Gegensatz zu meiner minimalistischen uMap bietet es alles – Bilder, Infos, noch genauere Zusatzinfos usw.
Carte-de-la-Gaule-et-des-Peuples-Gaulois:
Eine Karte, die die gallischen und inselkeltischen Stämme in ihren historischen Gebieten zeigt:
https://umap.openstreetmap.fr/fr/map/carte-de-la-gaule-et-des-peuples-gaulois_905100#6/47.182/0.571
Omnes Viae:
Was wäre, wenn man im antiken römischen Reich mit dem Plan der Tabula Peutingeriana durch die Gegend reist? Und wenn die damaligen Leute ein Navi gehabt hätten (aber keinerlei Fluggeräte oder Kfzs), wie lange dauerte eine Reise von Roma nach Londinium?
https://omnesviae.org/nobis
Und natürlich auch:
Google Maps und Wikipedia
Zum Schluss muss ich darauf hinweisen, dass sowohl meine Landkarte von uMaps als auch die Beiträge alle erst erstellt werden – oft sind sie noch leer. Es wird viele Jahre dauern, bis ich mein ganzes Quellenmaterial in die Beiträge und die uMap-Landkarte verpflanzt habe. Und ganz fertig wird dieses Projekt sowieso nicht: Denn es wird immer neue archäologische Funde geben! 🙂
Vindobona, am 25. April 2026
P.S.: Dieser Beitrag dient als Grundlagen- und Quellenübersicht und wird ebenfalls laufend ergänzt.