Cretima Celtica
 
 
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„Der Tod ist die Mitte
eines langen Lebens“

Totenbrauchtum und Jenseitsvorstellungen bei den Kelten (F)

(c) 2007

 

Das Begräbnis einer eisenzeitlichen Fürstin (G)

 

„MARUA  BOUA  RIGANI  ANSON!“, drang es laut aus der großen königlichen Met-Halle,  „Unsere Königin ist tot!“ Alle, die es in der 2000 Einwohner/innen fassenden Stadt Dubnoduron hörten, stöhnten auf und erzählten es sofort weiter. Plötzlich rannten die Menschen geschäftig durch die Straßen, um nur ja allen die traurige Botschaft zu überbringen.

 

Sapsuta, die Königin des kleinen Reiches, die nach dem Tod ihres Gatten noch 18 Jahre lang das Szepter führte, war nun im hohen Alter von 67 Jahren an einer dämonischen Krankheit, die den Körper innerlich auffrisst und irgendwann einmal als „Krebs“ bekannt sein wird, gestorben. Bis zuletzt hielt sie die Regierungsgeschäfte in der Hand. Ihr diplomatisches Geschick und ihre Weltoffenheit, vor allem gegenüber weitgereisten Händlern, brachte der kleinen Stadt Wohlstand. Wohlstand, an dem sogar die Klienten, die Leibeigenen der Adelsfamilien, teil hatten. Sapsuta hatte mit dieser Politik nicht nur den Frieden im Reich gesichert sondern sich auch eine Menge Freunde gemacht. Ihr Tod war ein Schlag ins Gesicht ihrer Untertanen.

 

Die Druiden, die der Fürstin in den Stunden des Todes beigestanden hatten, fingen sofort mit ihren Zeremonien an, um die Seele, die noch ruhelos war, zufrieden zu stellen. Unruhige Seelen, Wiedergänger, konnten den Lebenden schaden und sie sogar in den Wahnsinn treiben. Die Priesterinnen nahmen die Instrumente mit den Klapperblechen zur Hand und rasselten, um böse Geister fern zu halten. Sie stimmten lautstark die Totenklage an, die drei Tage lang nicht verstummen sollte. Am lautesten aber jammerte Devogena, die persönliche Dienerin und Wagenlenkerin der Fürstin. Sie liebte ihre Herrin abgöttisch, was zum großen Teil von der Fürstin erwidert wurde. Devogena beschloss jedenfalls, ihrer geliebten Rigani in die Anderswelt zu folgen, sobald die eigentliche Beerdigung stattfinden würde.

 

Der 30-jährige Enkel der Fürstin, Latumaros, schickte mehrere Ambaxtoi, Gesandte, in alle Himmelsrichtungen, damit sie die Botschaft vom Tod seiner Großmutter im ganzen Reich verbreiteten. Alle Untertanen wurden zu den Leichenfeiern eingeladen. Einige 1000 Menschen wurden erwartet. Latumaros’ Vater und Onkel waren bereits verstorben. Da sich die Elite nicht entscheiden konnte, wer der nächste in der Thronfolge sein sollte, ließen die Druiden mittels Traumvision die Gottheiten ein Urteil fällen, welches auf Latumaros fiel. Dieser war deshalb über den Tod seiner Großmutter gar nicht so unglücklich.

 

In den ersten zwei Tagen, während die Druiden ihre Zeremonien um den Leichnam veranstalteten, wurde zu Ehren der Toten gefastet. Nicht einmal die Tiere bekamen Futter. Sofort begannen Handwerker und Arbeiterinnen damit, die Prozessionsstraße, die vom westlichen Tor der Stadt zwei Kilometer zur Nekropole führte, mit Blumengirlanden zu schmücken, Zelte für die zahlreichen Trauergäste aufzustellen und Latrinen auszuheben.

 

Nach und nach wurde unter der Aufsicht der Vates, der Opferpriester, ein Drittel des Viehbestandes, den die Königin hinterlassen hatte, den Unterweltsgottheiten Nantosuelta und Sucellos geopfert. Nachdem die Vates beim ersten geopferten Stier die Eingeweide untersucht hatten und für gut befunden hatten, gaben sie das Einverständnis für die Schlachtung. Ungefähr 500 Rinder und 1000 Schweine sollten während der Trauerfeier für den Verzehr getötet werden. Von der Stadt über die Prozessionsstraße bis zur Nekropole wurden Kochstellen errichtet. Es mussten ja eine Menge Gäste versorgt werden. Unmengen an Korn und Hülsenfrüchte holte man aus den Speichern und das frische eben reif gewordene Obst und Gemüse wurde nahezu aufgebraucht. Die Bierbrauer machten sich ans Werk und brauten frisches Bier, so viel sie konnten. Warmes Bier diente als kultisches Getränk zu den Totenfeiern. Niemand sollte sagen, die Königin sei im Tode plötzlich geizig geworden. Kein Barde sollte einen Grund bekommen, eine Satire über Dubnoduron zu verfassen.

 

Die Druiden balsamierten die tote Fürstin ein, um den Verwesungsvorgang zu verzögern. Danach wurde Sapsuta in ihre edelsten Gewänder gehüllt, in ihre Seidentunika aus dem fernen Osten, ihr feines kariertes Wollkleid und in ihren mit 1000en bronzenen Ziernägelchen bestickten Pelzumhang. Ihre Füße schmückten ihre goldbeschlagenen Schnabelschuhe und je drei goldene Fußreifen. Man legte all ihren Goldschmuck, vor allem ihren schweren Torques an, schminkte ihr Gesicht, damit es lieblich und lebendig aussähe, kämmte ihr die Haare und flocht ihr Zöpfe, die mit goldenen Ringen durchwirkt waren. Dann legte man sie sorgfältig auf ihren vierrädrigen Prunkwagen, den sie schon zu Lebzeiten gerne für festliche Umzüge verwendet hatte und schmückte ihn mit Girlanden aus Blumen und immergrünen Zweigen.

 


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Ausschnitt der Situla von Certosa bei Bologna, 5. Jhdt.v.Chr. Die dargestellte Szene könnte eine Leichenfeier darstellen. Zwei der drei Frauen könnten Trägerinnen von Holz für den Scheiterhaufen und einer hausförmigen Urne sein.

Am dritten Tag gaben die Karnyxbläser das Signal zur Prozession. Die Prozessionsstraße war gesäumt von den Stadtbewohnern und -bewohnerinnen und den ersten angereisten Trauergästen, die den Umzug mit Jubel, Trauergesang und unzähligen Blumen begrüßten. Ganz vorne gingen einige Mädchen, die frische Blüten auf die Straße streuten. Die Karnyxbläser und Standartenträger folgten ihnen, danach kamen die Gaisates, die Elitekrieger, dann folgten die Druiden, die den Prunkwagen mit der aufgebahrten Leiche anführten. Vorne am reich mit Bronzeplättchen verzierten rot bemalten Wagen saß Devogena und zügelte die zwei edlen, reich gezäumten Schimmel, die den Wagen zogen. Nebenher gingen die Priesterinnen mit ihren Klapperblechen und ihrem lautstarken Trauergesang: MARUA  BOUA  RIGANI  ANSON - DALLOS  IMMI  DACROUON -- „Unsere Königin ist tot -- ich bin blind vor Tränen!“ MARUA BOUA SAPSUTA ANSON! ... klang es voll Leidenschaft. Dahinter fuhren die Adligen der Stadt in ihren Wagen oder ritten auf Pferden, an ihrer Spitze Latumaros. Alle waren in ihre besten Gewänder gekleidet und protzten mit einem Übermaß an Goldschmuck -- Männer wie Frauen! Danach schritten die Barden, die Künstlerinnen und Handwerker einher. Zum Schluss führten die Vates reich geschmückte schwarze Opferstiere mit sich. Erst dann schloss sich das normale Volk an, das in großen Mengen Speisen, Getränke und Picknickdecken mitschleppte. Dazwischen waren immer wieder Musiker mit ihren schrillen Pfeifen, Flöten, Leiern und Tamburinen, Tänzerinnen und als Dämonen verkleidete Menschen, die die bösen Geister mit lautem Klappern ihrer großen Schellen vertreiben sollten. Die, die wirklich trauerten, rauften sich die Haare, fügten sich sogar Verletzungen zu und stimmten in die Totenklage der Priesterinnen mit ein. Und die, die nicht wirklich trauerten, wurden von der Ekstase der Menge mitgerissen und jammerten und schrieen, was das Zeug hielt.

 

Die Prozession näherte sich der Nekropole. Neben einigen kleineren Grabhügeln, erhob sich in der Mitte ein mächtiger halbkugelförmiger Hügel, 50 m im Durchmesser und 7 m hoch. An seiner Spitze stand eine verwitterte Holzstatue des ersten Fürsten Ambiorix, und rund um den Hügel befanden sich weitere Holzstatuen verstorbener Adliger. Die Grabhügel waren für die Herrinnen und Herren der Stadt und umliegenden Dörfer gedacht. Etwa 300 m abseits befand sich der schlichtere Friedhof mit kleinen Aufschüttungen für die Unfreien, die Klienten und Leibeigenen.

 

Aber zurück zum fürstlichen Grabhügel in der Mitte: Ein etwa 6 m breiter Graben umgab den Hügel, und außen herum befand sich ein Kreis von etwa 1 m hohen Steinpfeilern. Beides diente dazu, den Ort der Toten vom Ort der Lebenden zu trennen. Die Grabhügel wurden schon seit Generationen genutzt, und der mittlere große Hügel war der Familie der Sapsuta vorbehalten. Ihr verstorbener Gatte und ihre Söhne ruhten bereits in diesem riesigen Grab.


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Aufriss eines hallstattzeitlichen Hügelgrabes. In der Mitte befindet sich die Grabkammer aus Holzbohlen. Um den Hügel ist ein breiter Graben.

Als die Prozession die Nekropole erreichte, waren etwa 50 Sklaven bereits damit beschäftigt, den Grabhügel an einer Seite abzugraben. Während der nächsten neun Tage -- so lange dauerten die Leichenspiele -- würde in der ausgehobenen Grube im Hügel eine Grabkammer aus grob zugehauenen Eichenbohlen eingelassen, in die dann die Fürstin samt ihren Grabbeigaben beigesetzt werden würde. Diese Grabkammer würde 3 mal 3 m Fläche einnehmen und 1,7 m hoch werden. Weiters waren Goldschmiede, Eisenschmiede und Künstlerinnen damit beschäftigt, spezielle Schmuckstücke für Sapsuta herzustellen, Schmuckstücke, die ausschließlich Toten vorbehalten waren. Nach und nach bekam die Tote noch zwei Paar kleiner Fibeln aus reinem Gold (für Lebende sinnlos, da eine Goldnadel viel zu weich ist, um einen Umhang festzuhalten), einige Amulette aus reinem Eisen, um die Tote am Wiedergängertum zu hindern und eine Bernsteinkette als Amulett für die Andere Welt.

 

Die lautstarke Prozession erreichte nun den Grabhügel, in dessen Nähe bereits ein Lager aufgeschlagen war: Ein Baldachin, unter dem der Wagen mit der aufgebahrten Leiche die nächsten neun Tage ausgestellt werden sollte, bewacht von vier Kriegern der Leibgarde. Mindestens einer von ihnen musste bei der Toten Wache halten -- sie durfte nicht aus den Augen gelassen werden. Des Weiteren waren einige Tische für die Adligen und die fürstlichen Gäste aufgestellt und reich gedeckt. In der Nähe waren riesige Grillplätze angelegt, auf denen sich die Spieße mit ganzen Ochsen und Schweinen drehten, und etwas abseits ein provisorischer großer Kochbereich.

 

Die Karnyxbläser stießen in ihre Hörner, und die Menge verstummte. Ein Druide hob an, eine flammende Rede über Sapsuta zu halten. Er lobte die Taten der Rigani in den höchsten Tönen und beschwor Nantosuelta und Sucellos, die Seele der Dahingeschiedenen in ihr Reich der Freuden unter dem Meer gastfreundlich aufzunehmen. Danach verstrich noch etwa eine Stunde, in der alle anwesenden Adligen begrüßt wurden und das Programm der Leichenspiele durchgesagt wurde. Mit einem letzten Tusch der Karnyx-Bläser war das Fasten gebrochen und die Trauergäste stürzten sich über Speis und Trank. Trauer war nämlich nicht mehr angesagt. Die Priesterinnen hatten ihre Totenklage beendet, und die Tränen der Gäste trockneten bei guten Essen, bei einem Übermaß an warmem Bier und bei fröhlicher Musik, die von den vielen Barden und Spielleuten angestimmt wurde. Das Totenfest war ein Freudenfest geworden. Immerhin ging die Fürstin nun dorthin, wo die Glückseligkeit auf sie wartete, und wenn nicht ewig, dann würde sie sicher in einem der adligen Enkelkinder wiedergeboren werden. Latumaros’ einzige Tochter würde bald heiraten, eine gute Gelegenheit für Sapsutas Seele, wieder zu kommen.

 

Die nächsten neun Tage war Jahrmarktstimmung. Es war ein dauerndes Kommen und Gehen von Trauergästen -- jede Landstreicherin, jeder Bettler wurde verpflegt -- niemand sollte in diesen Tagen hungern! Bei Musik und athletischen Vorführungen von Tänzerinnen spielte man Würfel- oder Brettspiele. Die herbeigereisten Händler machten gute Geschäfte, es wurden Geschichten erzählt, es wurde gelacht, gescherzt, gesoffen und gezecht, geliebt und gerauft. Wer konnte, nahm an den Spielen teil: Stockball, Pferderennen, Wagenrennen, Ring- und Boxkämpfe, Waffenvorführungen und Bardenwettstreite fanden statt. Kurzfristig wurde sogar eine Hasenjagd organisiert, die aber angesichts des Alkoholspiegels nicht sehr erfolgreich verlief.

 

Natürlich trank und aß man nicht nur selber, sondern auch die verstorbene Rigani bekam ihren Teil ab. Man brachte der Toten Trank- und Speiseopfer in extra dafür gefertigtem Geschirr dar. Am fünften Tag der Spiele reiste der König des Nachbarreiches, Boiorix, an, um seiner Amtskollegin die letzte Ehre zu erweisen. Als Gastgeschenk brachte er 40 Stück 50-Liter-fassende Amphoren voll des besten italienischen Weines mit. 20 Amphoren köpften die Adligen für ihr eigenes Zechgelage, und die anderen 20 waren für die tote Rigani bestimmt: Da der Boden der Grabkammer schon fertig gezimmert waren, stellte man den riesigen Bronzekrater der Fürstin in eine Ecke der halbfertigen Grabkammer und leerte nach und nach alle 20 Weinamphoren, bis sich schließlich 1000 Liter Wein im 1100 Liter fassenden Gefäß befanden, das ohne Inhalt 208,6 kg schwer war, 1,64 m hoch und an der breitesten Stelle 1,27 m im Durchmesser maß. Der Krater war die Auftragsarbeit eines griechischen Bronzeschmieds aus Süditalien. Die Amphoren selber zerschlug man gründlich, sobald sie leer waren und verteilte die Scherben systematisch auf dem Weg von der aufgebahrten Fürstin bis zur Grabkammer. 

 

Immer wieder kamen Menschen zum Prunkwagen und legten mit griechischer Schrift beschriftete Birkenrindenstückchen oder, wenn sie es sich leisten konnten, sogar beschriftete Papyrusrollen, die aus Ägypten importiert wurden, auf den Wagen zur Leiche. Es handelte sich dabei um Briefe an die Fürstin selbst oder an andere verstorbene Verwandte oder Freund/innen. Die Leute erwarteten, dass die Fürstin diese Briefe mit in die Anderswelt nahm und den Adressaten aushändigte. Eines Tages kam sogar ein Händler daher, der einen Schuldschein zur Leiche legte. Er hatte der Sapsuta vor Jahren einmal einige Goldbarren im Wert von 10 Sklavinnen geliehen. Diese jedoch sagte ihm, dass sie sie wahrscheinlich erst im nächsten Leben zurückzahlen könne, was für den Händler in Ordnung war, da er sich so der Gastfreundschaft der Rigani versicherte. Nun aber, da seine Schuldnerin tot war, gab er ihr den Schuldschein über die Goldbarren mit ins Jenseits, damit sie sie in der Anderswelt bezahlen konnte, oder auch im nächsten irdischen Leben. Jedenfalls sollte sie nichts schuldig bleiben oder auf die Schulden vergessen. Das könnte die Seele zur Wiedergängerin machen.

 

Der neunte Tag ging zur Neige, und die Druiden erklärten die Leichenspiele für beendet. Die Grabkammer war bis auf die Decke fertig gezimmert und die Wände mit bunten Wandbehängen aus Wolle und Blumengirlanden geschmückt. Zu Füßen der Grabkammer hatte man ein Erdloch ausgehoben, welches für Devogena bestimmt war. Die Wagenlenkerin war ziemlich betrunken, wehrte sich aber jetzt plötzlich, ihrer Herrin in die Anderswelt nachzufolgen. Sie hatte nämlich während der Leichenspiele neuen Lebensmut gefasst und nun absolut keine Lust mehr zu sterben. Das Urteil der Druiden war aber unerbittlich, denn Devogena hatte der Rigani Treue geschworen bis in den Tod. Fünf starke Krieger waren nötig, um die tobende Dienerin festzuhalten, sodass der Vatis sie mit einem Seil fachgerecht erdrosseln konnte. Die letzten Worte, die Devogena herausschrie, waren ein Fluch gegen Dubnoduron. Das war ein gar schreckliches Omen, und die Leiche der Dienerin wurde gefesselt, ins Erdloch geworfen, eiserne Nägeln auf sie gelegt und letztlich ein dicker Holzpflock quer über die Leiche in der Grube fixiert. Druiden und Priesterinnen sprachen Bannflüche gegen die Tote, und dann wurde schnell das Erdloch zugeschüttet. Um nichts in der Welt sollte es der Toten möglich sein, zurückzukehren und als Wiedergängerin ihren Fluch gegen die Stadt wahr zu machen. Sogar neun Schweine wurden für die verstorbene Devogena geopfert und vollständig verbrannt sowie eine Schöpfkelle des Weines aus der Riesenamphore auf dem zugeschütteten Erdloch ausgegossen, um ihre Seele zu befrieden -- ein teures und ungewöhnliches Opfer für eine Sklavin! Nachdem der Vatis, der die Gottheiten mit einem Orakel befragt hatte, sein Einverständnis für die Fortführung der Beerdigung gegeben hatte, nun, da die Seele der Devogena befriedet war, wurde damit begonnen, die hölzerne Grabkammer auszustatten:


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Rekonstruierte Grabkammer des „Herren“ vom Dürrnberg / Hallein, 4. Jhdt.v.Chr.

Zuerst rollte man den Wagen mit der aufgebahrten Sapsuta zur Grabkammer. Dann montierte man die Räder ab, damit die Fürstin nicht auf die Idee käme, mit dem Wagen ins Reich der Lebenden zurückzufahren. Mit Seilen hievten zehn kräftige Männer den Wagen samt der Leiche vorsichtig in die Grabkammer und schoben ihn in eine Ecke, rechts neben den bereits dort befindlichen Riesenkrater voller Wein. Die vier Räder wurden an die rechte Wand gelehnt, die zwei Schimmel getötet und deren gezäumte Kadaver zu Füßen der Fürstin vor den Wagen drapiert. Dann legte man noch den Totenschmuck, die goldenen Fibel, die eisernen Amulette und die Bernsteinketten auf die Leiche. Der verbleibende Raum in der Grabkammer wurde mit einem ganzen Satz irdenem Geschirr gefüllt, das voll von leckeren Speisen war. Ein Emmer-Eintopf, Brot, Kuchen, Süßigkeiten, Würste, Rohschinken, frisches Obst und Gemüse, ein Schälchen voller Salz, ein anderes voller Honig, des weiteren Milch, Butter, Käse -- kurzum alles, was der Fürstin schmeckte! Zum Krater legte man eine Schöpfkelle, mehrere Trinkschalen, und an die mit Tüchern behängte Wand befestigte man ein paar goldbeschlagene Trinkhörner. Zur Totentafel legte man noch vier gebratene Spanferkel und ein großes Stück gebratenen Ochsen, dazu ein großes Fleischmesser. All das diente der Toten dazu, in der Anderswelt weiterhin reiche Feste zu feiern. Zum Schluss zündete man noch eine Öllampe aus Griechenland an und stellte sie neben den Wagen -- Sapsuta sollte Licht haben, um den Weg in die Anderswelt zu finden. Alle streuten noch frische Blumen und Blütenblätter ins Grab, während die Druiden beteten und die Priesterinnen heilige Gesänge anstimmten. Dann wurde die Grabkammer, die irgendwie einem gemütlichen Schlaf- und Speisezimmer glich, mit den Deckenbohlen verschlossen. Alle Werkzeuge, die man für das Herstellen des Totenschmucks und der Grabkammer brauchte, sowie die Arbeitsabfälle und einige Schaufeln voller Scherben der Weinamphoren wurden auf die Deckenbohlen der Grabkammer geschüttet. Dann nahmen alle Gäste noch je einen Stein und legten ihn auf die Grabkammer, bevor die Sklaven und Arbeiter damit begannen, die Erde und das Geröll über der Kammer aufzuschütten. Während der ganzen Zeit spielten die Musiker und sangen die Barden Loblieder auf die tote Fürstin. Als der Grabhügel wieder vollständig aufgeschüttet war, pflanzte man noch eine steinerne Statue, die in abstrakter archaischer Form Sapsuta darstellte, neben den Hügel in die Erde, auf die Seite ihrer Grabkammer. Sie war die erste Regentin, der man eine Steinstatue meißelte.

 

Da der gute Ruf der Sapsuta ihren Tod überdauerte, kamen immer wieder Menschen zum Grabhügel, um Speise- und Trankopfer, und einige Jahrhunderte später, sogar Münzen darzubringen. Die alte Fürstin aus grauer Vorzeit, deren Namen man vergessen hatte, war nur mehr als Urahnin Rigani -- als „Königin“ - bekannt, die göttliche Verehrung genoss und so selbst zur Göttin wurde, die ihr Volk und ihre Stadt Dubnoduron auch noch nach dem Tode schützte und für Wohlstand sorgte.


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Rekonstruierte hölzerne Statue eines Gottes oder Ahnen am keltischen Gräberfeld vom Dürrnberg / Hallein.

Totenbrauchtum

 

Das hier rekonstruierte keltische „Musterbegräbnis“ bei der fiktiven Stadt Dubnoduron könnte so oder ähnlich irgendwann Ende der Westhallstattkultur oder zu Beginn der La Tène-Zeit stattgefunden haben (also so um das 5. Jhdt.v.Chr.). Für die Geschichte der Sapsuta habe ich mich von folgenden archäologisch erforschten eisenzeitlichen Gräbern inspirieren lassen, wobei die reichhaltigen Grabbeigaben, der Wagen, das Holzkammergrab, die unbrauchbar gemachten Werkzeuge und Abfälle über den Grabkammern, der Grabhügel samt Graben sowie Keramikfunde in der Nekropole für das Totenmahl auf viele der folgenden Funde zutrifft:

 

Das Gräberfeld auf der Hochgerichtsheide von Wederath (4. Jhdt.v.Chr. bis 4. Jhdt.n.Chr.) wurde wie die Nekropole von Dubnoduron über Generationen genutzt. Das Grab von Clemency (Luxemburg) aus dem 1. Jhdt.v.Chr. wies Pfostenlöcher für eine etwaige Aufbahrung des Leichnams auf, weiters einen Weg aus Tonscherben von den Pfostenlöchern zur Grabkammer, und unter anderem eine Öllampe als Grabbeigabe. Das „Fürsten“grab vom Glauberg (5. Jhdt.v.Chr.) hatte eine 350 m lange und 7 m breite Prozessionsstraße, die von je einem 2,8 m tiefen Graben flankiert war, des Weiteren neben dem Grabhügel vier steinerne Statuen des Begrabenen (was man daran erkennt, dass die Leiche einen besonderen Goldtorques trägt, der genauso auf den Statuen eingemeißelt ist). Das Gräberfeld bei Heidenheim-Schnaitheim (ca. 7./6. Jhdt.v.Chr.) war wie das aus meiner Geschichte in einen „reichen“ Teil mit reich ausgestatteten Gräbern in Grabhügeln und einem „armen“ Teil mit „arm“ ausgestatteten Gräbern (ohne Hügel) aufgeteilt, wobei zwischen dem reichen und dem armen Gräberfeld 500 m Entfernung sind. Beim „Fürsten“grab von Hochdorf (6. Jhdt.v.Chr.) fand man Reste von Pflanzenbewuchs auf dem Boden der Grabkammer, was darauf hindeutet, dass das Grab mindestens vier Wochen leer stand, ehe der Tote, der wahrscheinlich aufgebahrt oder herumgeführt worden war, dort beerdigt wurde. Weiters fand man acht Trinkhörner, die an den Wänden gehangen haben müssen. Der Bestattete hatte auch Fibeln aus reinem Gold und Bernsteinperlen ��" Verarbeitungsspuren dafür fand man in den Schichten des Grabhügels. Die Schnabelschuhe des Toten waren mit Goldblech verziert. Zu Füßen der Grabkammer der „Fürstin“ von Mitterkirchen (7. Jhdt.v.Chr.), die mit einem Wagen voll von Bronzebeschlägen begraben wurde, wurde ein weibliches, kräftig gebautes Skelett gefunden, das etwas chaotisch in einer Grube beerdigt wurde, und darüber war ein Holzpflock gelegt. Es könnte sich um eine Sklavin der Herrin handeln, die ihr in den Tod folgen musste. Eine andere „Fürstin“ trug einen Pelzumhang, geschmückt mit tausenden Ziernägelchen. Der „Dame von Goeblange-Nospelt“ (1. Jhdt.v.Chr.) wurde über 200 Jahre lang Münzen geopfert. Als sich der Grabhügel durch den Kammereinbruch absenkte, stellte man zwei Terrakotta-Statuetten von Göttinnen in die Vertiefung. Wie die fiktive Sapsuta war wohl auch diese Dame zu einer verehrten Ahnin oder sogar zu einer Göttin aufgestiegen. Im Doppelgrab von Hohmichele (ca. 5. Jhdt.v.Chr.) erhielten sich Spuren von Seidenbrokat, was mich zur Seidentunika der Sapsuta inspirierte. Den großen Bronzekrater des „Fürstinnen“grabes von Vix habe ich der Sapsuta zukommen lassen.

 

Sapsutas Geschichte ist eine von vielen. Tatsächlich lässt sich über antike keltische Beerdigungen von etwa dem 7.Jhdt. v. Chr. bis zur röm. Kaiserzeit um die Zeitenwende kaum etwas Allgemeines erzählen, und je mehr Gräber archäologisch untersucht werden, desto vielfältiger scheinen die Sitten gewesen zu sein. Ich werde also bei allgemeinen Aussagen bleiben müssen, denn über dieses Thema könnte man bereits ein dickes Buch schreiben:

 

Etwas, das auf fast alle keltischen Gräber (und Urnen) zutrifft, sind die Grabbeigaben. Sogar die ärmsten Gräber beinhalten zumindest einen tönernen Topf für die Totenspeise und ein paar Schmuckstücke oder Amulette. Je reicher die Gesellschaft oder die oder der Begrabene, desto reicher auch die Grabbeigaben. Diese Logik scheint schlüssig, muss aber nicht immer zutreffen. So könnte es z.B. kultische Gründe gegeben haben, dass auch reiche oder angesehene Menschen (z.B. Druiden) ohne Beigaben bestattet worden sind. Birkhan postuliert, dass es bei den Arvernern und im südwestdeutschen Raum um die Zeitenwende keine oder kaum Grabbeigaben gab. Es könnte sein, dass eine bestimmte religiöse Lehre der Druiden dahinter steht, z.B. die sofortige Wiedergeburt nach dem Tode, was Grabbeigaben für die Andere Welt natürlich sinnlos macht. Das Gros der keltischen Gräber beinhaltet aber Dinge, die der oder die Tote im Jenseits brauchen könnte, und die unter Umständen auch auf den sozialen Stand der oder des Verstorbenen hindeuten könnten. 

 

Wie schon angedeutet, gab es nicht nur fürstliche Begräbnisse. Tatsächlich stellen diese die Ausnahme dar. Wie heutzutage auch waren damals die meisten Menschen weder reich noch adlig, ja nicht einmal „mündig“. Englische Hochrechnungen für die La Tène-Zeit haben ergeben, dass nur sechs Prozent „formale Begräbnisse“ in Bezug auf die damalige Gesamtbevölkerung erhalten haben (Birkhan 1997). Die restlichen 94 % waren also das „gemeine Volk“, das mit weit weniger Ehren und Opfer als unsere Sapsuta in die Anderswelt geleitet wurde. Es stellt sich hier auch die Frage, inwiefern der soziale Stand im Leben auch in der Anderswelt beibehalten wurde. Die Grabbeigaben sprechen für eine Beibehaltung, die inselkeltischen Andersweltschilderungen (s.u.) eher dagegen.  

 

Neben den Körperbestattungen (die Leichen wurden zumeist in gestreckter Rückenlage beerdigt, die Ausrichtung variiert von mal zu mal) gab es natürlich auch Brandbestattungen, wobei die Asche des Toten entweder in Tücher oder Felle eingeschlagen in eine hölzerne Grabkammer kam, zusammen mit unbeschädigten Grabbeigaben (so beim Grab von Clemency) oder aber zusammen mit einigen Grabbeigaben verbrannt und alles zusammen in großen Urnen verstaut wurde. Die beim Scheiterhaufen gefundenen Weinamphoren beim Grab von Clemency lassen vielleicht auch auf die in der klassischen Antike übliche Sitte schließen, den brennenden Scheiterhaufen mit Rotwein zu löschen, die verkohlten Knochen also mit Wein zu „waschen“. Während in der Hallstattzeit und frühen La-Tène-Zeit grob gesagt eher Körperbestattungen modern waren, hat sich ab dem 3. Jhdt.v.Chr. daneben auch lokal wieder die Brandbestattung durchgesetzt. In Irland gab es in der Eisenzeit fast ausschließlich Brandbestattungen mit mageren Beigaben, die erst durch das Christentum von Körperbestattungen abgelöst wurden. Obwohl es archäologisch fassbar ist, dass innerhalb eines enger begrenzten Kulturraumes über mehrere Generationen hinweg ähnliche Grabsitten herrschen, gibt es doch einige Beispiele dafür, dass innerhalb ein und desselben Ortes, sogar während derselben Zeit, Körper- und Brandbestattungen parallel praktiziert wurden. So z.B. in Hallstatt, wo es 45 % Urnengräber und 55 % Körpergräber gibt -- allesamt eigentümlich auf einer Art riesiger gebrannter Lehmteller gelegt, die auf Gräberfeldern beerdigt wurden. Man weiß bis heute nicht, nach welchen Richtlinien die eisenzeitlichen Hallstattbewohner/innen die Verbrennung oder die Körperbestattung angewandt hatten. Sowohl hier wie dort findet man Alte, Junge, Frauen, Männer, Reiche und Ärmere. Warum einmal der unversehrte Körper, ein anderes Mal die Asche des verbrannten Körpers beerdigt wurde, bleibt im Dunkeln. Möglicherweise waren es religiöse Gründe, und in Hallstatt selbst vielleicht reine Geschmackssache, wie in unserer heutigen Zeit auch.

 


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Hallstattzeitliche Bronzeurne mit Klapperblechen aus Kleinklein / Steiermark, 6. Jhdt.v.Chr.

Wie schon in Sapsutas Geschichte berichtet, wurden lange nicht alle Kelten in großen Grabhügeln beerdigt. Jene dürften eine Eigenheit der Westhallstattkultur und der frühen La Tène-Zeit gewesen sein -- und waren vielleicht nur der Oberschicht vorbehalten. Daneben gab es auch weite Gräberfelder, die vielleicht nur mit ein paar Steinen oder organischem Material geschmückt wurden. In England, v.a. in der Arras-Kultur, waren viereckige kleine Grabhügel üblich. Im walisischen mittelalterlichen Mythos „Branwen, Tochter des Lyr“ wird berichtet, dass die tote Branwen am Ufer des Flusses Alaw in einem viereckigen Grab beigesetzt wurde. Im alten Irland wiederum waren Hügel aus Steinen, sog. cairns, üblich. Der Krieger Etarcomol im Mythos „Der Rinderraub von Cooley“ wird in einem extra für ihn aufgeschütteten cairn beerdigt, und man errichtet ihm auch einen Grabstein, in den man seinen Namen in Ogamschrift einritzt.

 

Kommen wir nun zu den historischen Hinweisen, die sich mit den archäologischen Funden decken oder auch Parallelen im inselkeltischen Brauchtum haben.

 

Caesar berichtet im „Gallischen Krieg“ (VI, 19): „Die Leichenbegängnisse sind im Vergleich zur gallischen Lebensweise prächtig und aufwendig; alles, was ihrer Meinung nach den Lebenden lieb war, werfen sie ins Feuer, sogar Tiere, und nur kurz vor unserer Zeit wurden noch Sklaven und Klienten, von denen man wusste, der Tote habe sie geliebt, nach dem Abschluss der traditionell üblichen Leichenfeiern mit ihnen zusammen verbrannt.“

 

Pomponius Mela schließt sich Caesar an und meint: „Einst schrieb man auch die Sorge für geschäftliche Angelegenheiten und das Eintreiben von Schulden den Unterirdischen zu, und mancher Gallier stürzte sich freudigen Herzens in den Scheiterhaufen der Seinen, um gleichsam mit ihnen weiterzuleben.“

 

Von Valerius Maximus erfahren wir vom Schuldenmachen über den Tod hinaus in „Factorum et Dictorum Memorabilium Libri Novem“ (2,6,10): „Außerhalb ihrer Mauern [der Stadt Massalia] begegnet jener alte Brauch der Gallier, die nach der Überlieferung Geld verleihen, das ihnen im Jenseits zurückgezahlt wird, halten sie doch die Seelen der Menschen für unsterblich. Schön dumm würde ich sie nennen, wenn nicht jene, die Hosen tragen dasselbe glaubten wie der mit griechischem Mantel bekleidete Pythagoras.“

 

Diodorus Siculus wiederum berichtet in „Bibliotheke“ (5,28,6) über den Brauch, Briefe ins Grab mitzugeben: „Bei ihnen herrscht nämlich die Lehre des Pythagoras, dass die Seelen der Menschen unsterblich seien und nach einer bestimmten Zeit von Jahren noch einmal lebten, wobei die Seele in einen anderen Körper eingehe. Deshalb werfen auch manche bei den Begräbnissen Verstorbener Briefe an ihre verstorbenen Angehörigen auf den Scheiterhaufen, so als ob die Toten diese lesen würden.“ Diese Sitte trifft man auch im neuzeitlichen Irland, wie Birkhan und Le Roux / Guyonvarc’h berichten.

 

Damit kämen wir zu einigen kurzen Einblicken ins neuzeitliche inselkeltische Totenbrauchtum, das ich auch als Inspiration für Sapsutas Geschichte verwendet habe:

 

In Irland wurde bei der aufgebahrten Leiche Totenwache oder Nachtwache gehalten, welche etwa zwei Tage dauerte. Die Leiche durfte keine Sekunde unbeobachtet bleiben. Am zweiten Tag waren alle Trauergäste anwesend. Da man sich des Weiterlebens in einer glücklicheren Welt offenbar sicher war, war diese Totenwache grundsätzlich eine fröhliche Angelegenheit mit reichhaltigen Speisen, Alkohol, Tabak, Tänzen, Geschichtenerzählen, Liedern und Gesellschaftsspielen. Währenddessen fand die Totenklage statt, die von der Göttin Brigit im Mythos der 2. Schlacht von Mag Tuired erfunden wurde und auf Irisch gubae oder caíned, auf Anglo-Irisch keen genannt wird, von professionellen Kläger/innen vorgetragen wurde und die nicht länger als zwei Stunden dauern durfte, da sonst die Höllenhunde geweckt würden. Die Kirche betrachtete die Totenklage jedenfalls mit Missfallen. Neben oft grotesken Ausdrücken der Trauer (z.B. Emer, die Witwe von Cú Chulainn, drückte im Mythos dessen Kopf an ihre Brust und trank von seinem Blut) wurde auch manchmal gefastet, was auch auf das Vieh übertragen wurde, das nicht gefüttert wurde. Beim Begräbnis dann, wenn ein cairn errichtet wurde, legten alle Gäste je einen Stein dazu. Manchmal wurde auch der gesamte Viehbestand eines Verstorbenen geschlachtet. Eine Zeitlang nach dem Tod wurden dann noch Speisen für die oder den Verstorbenen vor die Türe gestellt.

 

In Schottland gab man, offenbar aus der Antike beeinflusst, den Toten den Charonspfennig mit, des Weiteren einen Hammer zum Zerschlagen des Unterwelttores, eine Waage (für die Seele?) und eine Kerze zum Erhellen des Weges in die Andere Welt. Weiters wurden auf die Leiche Eisennägel gelegt, um die Seele ruhig zu halten (Eisen ist im inselkeltischen Brauchtum ein Banninstrument gegen die Sídhe, die Feen).

 

Und in Wales schließlich war es Brauch, über dem Sarg Brot und Käse an vorbeikommende Bettler/innen zu verteilen und warmes Bier zu trinken.

 

Bei all dem Pomp und der Ehrfurcht, die bei den antiken Kelten den Toten entgegengebracht wurde, könnte man annehmen, dass potentielle Grabräuber/innen alleine schon aus Angst vor eventueller Bestrafung (Caesar schreibt im „Gallischen Krieg“ (6,17,5), dass Entweihung von Heiligem oder gar Raub von Weihegaben bei den Galliern mit härtester Folter und Tod bestraft wurde) ihre Langfinger von reichen Gräbern ließen. Die Archäologie beweist aber das Gegenteil. Immer wieder werden offensichtlich reiche Gräber entdeckt, die bereits in der Antike geplündert wurden. Als Beispiele mögen hier das zentrale Grab von Mitterkirchen und ein Grab vom Glauberg dienen -- beide bereits vor über 2000 Jahren geplündert.



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Bronzene Totenmaske aus einem Grab in Klein-Klein/Steiermark/Österreich, 6. Jhdt. v. Chr., Hallstatt D

Sonderbestattungen

 

Nicht alle Kelten wurden „normal“ beigesetzt. Es gab Ausnahmen.

 

Kinder waren z.B. so eine Ausnahme. Im Vergleich zur Häufigkeit von Erwachsenengräbern sind Gräber von kleinen Kindern oder Säuglingen eher selten zu finden, obwohl die Kindersterblichkeit in der Eisenzeit doch sehr hoch war. Eine mögliche Erklärung (Birkhan) wäre, dass kleine Kinder noch nicht als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft galten und damit noch kein Anrecht auf Beerdigung hatten. Jene seltenen Gräber, die es gibt, liegen oft abseits von Erwachsenengräbern. Die Grabbeigaben sind kindgerecht: Rasseln, Spielzeug und sogar ein Tier zum Spielen, wie in einigen Gräbern der Arras-Kultur, wo man Kindern Lämmer oder Rehkitze ins Grab mitgab. Kinder waren auch besonders häufig mit Unmengen an Amuletten, vor allem aus Eisen behängt. Eine interessante Sache gibt es bei einem britanno-römischen Grabfund in Cambridge, wo Kindern gutes Schuhwerk mitgegeben wurde, das ihnen viel zu groß war. Vielleicht nahm man an, dass die kleinen Seelen noch hineinwachsen würden. Unmengen von Amuletten findet man auch oft bei Leichen sehr junger Frauen (die vielleicht im Kindbett gestorben waren). Weitere Personengruppen, die vielleicht besonders bestattet wurden, könnten Druiden, der Hexerei verdächtige Menschen, Zauberinnen, Wahnsinnige, Verbrecher, Unfallopfer, Opfer von Krankheiten, Hingerichtete, Ermordete, unverheiratete Frauen oder Witwen gewesen sein. Menschen jedenfalls, die irgendwie aus der Norm gefallen sind, deren Macht man im Tode besonders fürchtete.

 

Sonderbestattungen beschränken sich aber nicht aufs „Nichtbestatten“ oder auf Amulettbeigaben. Es handelt sich dabei vor allem um die Art, wie die Leiche behandelt wird: So fand man Leichen in Bauchlage, Tote, denen Körperteile abgetrennt wurden, welche dann widernatürlich neben dem Torso umgeschichtet wurden, Leichen ohne Köpfe oder Köpfe ohne Körper, Entfernen des Unterkiefers vom Schädel, Festnageln des oder der Toten mit Pfosten (wie Devogena in der Geschichte) oder großen Steinen, getrennte Bestattung von Körper und Extremitäten, gefesselte Leichen, uvm. Hier kommen wir auch schon in den Bereich von Hinrichtungen und Menschenopfern, den ich hier aber nicht näher behandeln möchte.

 

Zum Schluss noch zu Fällen von absichtlichem Nicht-Bestatten: Sowohl in Keltiberien (Silius Italicus „Punica“ 341 ff. erzählt davon) als auch in Britannien (wo das mittelalterliche Gedicht „Gododdin“ berichtet) wurden offenbar gefallene Krieger nicht beerdigt, sondern am Schlachtfeld liegen gelassen, auf dass sie von Raubvögeln (Geier in Keltiberien und Raben in Britannien) gefressen würden. Dies galt als besondere Ehre für die Krieger, vielleicht weil sie so schneller zu den himmlischen Gottheiten aufsteigen konnten. Und Strabon (Geographia IV,5,4,) schreibt sogar, dass in Irland oder Britannien die Söhne ihre toten Väter aufgegessen hätten. ... Mahlzeit - kann ich da nur sagen, wenn man auch nicht alles glauben muss, was uns antike Autoren so hinterlassen ...

 






Das Sterben und der Tod

 

Über eine spezielle keltische Sitte beim Sterben ist mir nichts bekannt, außer Birkhans Hinweis auf den irischen Brauch, einen todkranken Menschen aus dem Bett zu heben und auf die strohbedeckte Erde zu legen, um ihm so das Sterben zu erleichtern. Eine Art indirekte „Sterbehilfe“, wenn man so will, wobei die Erde (die ja als Grab die letzte Ruhestätte ist) offenbar den Tod beschleunigen sollte.

 

Auch eine Vorstellung von einem personifizierten Tod bei den Kelten, wenn man jetzt spezielle Totengottheiten außer Acht lässt, weiß ich nichts. De Vries (1961) meint aber, dass die in der La Tène-Kunst häufig auftretenden Menschen verschlingenden Monster, die auch mit Menschenköpfen posieren (wie z.B. der „Tarasque de Noves“ in Avignon oder das Monster auf der Schnabelkanne vom Dürrnberg) den Tod darstellen. Der Tod wäre also ein schreckliches Ereignis, das den Menschen – bzw. dessen Körper – vollständig verschlingt. Gegen diese Annahme spräche aber die von antiken Autoren immer wieder postulierte Gleichgültigkeit, mit der die Kelten sogar in der Schlacht dem Tod ins Auge sahen. Allerdings könnte man den Gedanken weiterspinnen, und die Monster sind in Wirklichkeit Todesgottheiten, die die Toten auch wieder gebären, und die schreckliche Gestalt lediglich eine Maske, die die Todesfurcht symbolisiert. Das würde auch einigen inselkeltischen Mythen entsprechen, wo Menschenseelen, die in Form von Würmern, Körnern oder ähnlichem von Andersweltfrauen verschluckt werden, wiedergeboren werden (s.u.). Die Andere Welt wäre dann der „Verdauungstrakt“ im spirituellen Körper einer Anderswelt-Gottheit.


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Der Tarasque de Noves aus Avignon, 2. Jhdt.v.Chr. Quelle: Wikimedia commons. User: Fphilibert. GNU Free Documentation License

Die Seele

 

Dass die Kelten an ein Weiterleben nach dem Tode glaubten, ist wohl eindeutig. Wie stellten sich die Kelten aber die Seele vor? Strabon - „Sie [die Druiden] halten, und damit sind sie nicht die Einzigen, die Seele und die Welt für ewig; einst aber werde Feuer und Wasser sie zerstören.“ (Geographia IV, 4) - und andere antike Autoren sind nicht gerade hilfreich. Dass die Seele unsterblich ist, wenn man an ein Weiterleben nach dem Tode glaubt, scheint irgendwie logisch, und Strabon sagt auch ganz richtig, dass die Kelten mit diesem Glauben nicht alleine sind. Annähernd jede Religion -- damals wie heute -- glaubt an geistige Anteile, die nach des Menschen Tode in irgendeiner Form weiterleben, also in gewisser Weise „unendlich“ sind -- im Gegensatz zum eindeutig endlichen Körper. Alleine das Weltenende, so berichtet Strabon, macht auch der Seele den Garaus.

 

Seele heißt auf Altirisch A(I)NIM(M), auf Kymrisch ENAID und auf Mittelbretonisch ENEFF. Laut Birkhan (1997) leitet es sich aus dem Urkeltischen *ANA-MON- ab, das wiederum im Indogermanischen *AN- „hauchen, atmen“ wurzelt und mit dem Lateinischen ANIMA zu vergleichen ist. Die Seele im Keltischen könnte also den Lebensodem selbst bedeuten, von der Substanz her sich wie Atem oder ein Hauch darstellen. Im irischen Ossian-Mythos wird von Seelen berichtet, die spukend um die Moore schleichen und Nebelgestalt annehmen, wenn Dichter sie besingen. Die Gestalt als Nebel ähnelt hier sehr der „Gestalt“ als Hauch oder Atem. 

 

 

Im irischen Volksglauben ist die Seele so winzig, dass zwei Seelen auf der Seite eines Blattes sitzen können. Sie schlüpft beim Fötus durch die Knochennähte des Schädels in den Körper und geht beim Tod durch eben jene wieder hinaus. Dies lässt mich stark an den ausgeprägten Kopfkult der Kelten denken (und sogar an einen Kult um das menschliche Gehirn, das in irischen Sagen toten Gegnern entnommen wurde und mit Kalk vermischt und zu Kugeln geformt als Trophäe gedient hatte). Nicht nur, dass abgeschlagene Köpfe vielleicht als Gefängnis der Persönlichkeit oder Seele gedient haben könnten (und dem siegreichen Krieger so Macht über die „Energie“ des erschlagenen Feindes gebracht hätten), sondern dass vielleicht auch beim lebenden Menschen der Kopf als Sitz der Seele gegolten haben könnte.

 

Die aufwändigen und lebensnahen Grabbeigaben der antiken Keltike könnten auch zu der Annahme führen, dass die oder der Tote zumindest anfänglich noch als „lebender Leichnam“, wie De Vries es ausdrückt, weiterlebt und die selben Wünsche und Bedürfnisse hegt wie ein lebender Mensch, also nicht nur eine kleine körperlose Seele ist, sondern ein Mensch in feinstofflicher Form.

 

Zuletzt gibt es noch die Theorie von der Seele in Vogelgestalt. Birkhan weist öfters darauf hin und ich selbst habe in der Geschichte um die Reise des Mael Dúin einen Anhaltspunkt  hierzu gefunden: Mael Dúin kommt auf eine paradiesische Insel, auf der sich viele Vögel befinden. Der Bewohner der Insel, ein Einsiedler, sagt dem Reisenden, dass die Vögel die Seelen seiner Nachkommen aus Irland seien und mit ihm zusammen auf der Insel in Frieden lebten. Die unzähligen Darstellungen verschiedener Vögel in der Hallstatt- und La Tène-Kunst könnten auch als Seelenvögel oder Ahnenvögel gedeutet werden.






Anderswelt oder Wiedergeburt?

 

„Eurer Lehre zufolge gehen die Schatten nicht zu den stillen Sitzen des Erebus und nicht in das bleiche Reich des Dis in der Tiefe, sondern der gleiche Geist gebietet den Gliedern in einer anderen Welt [im Original: orbe alio]. Wenn das, was ihr singt, richtig ist, so ist der Tod die Mitte eines langen Lebens; jedenfalls sind die Völker, auf die der Große Bär niederblickt, glücklich in ihrem Wahn, weil sie der größte aller Schrecken nicht bedrängt, die Todesfurcht. Daher stürzen sich die Männer mit Begeisterung einem Schwert entgegen, hat der Tod in ihren Herzen Raum und scheint es ihnen feige, ein Leben zu schonen, das doch wiederkommen soll.“, Marcus Annaeus Lucanus, Pharsalia / De bello civilis, ( I,454-462)

 

Die Beschreibung des Lucan zeigt aus sich heraus schon das Dilemma auf, um das es im Folgenden geht: Was passierte nun mit den Kelten nach dem Tod? Es gibt quellenmäßig gesehen genau zwei Möglichkeiten: Entweder man wird wiedergeboren -- dafür sprechen antike Autoren und einige Stellen in der inselkeltischen Literatur, sowie eine zeitweise Abwesenheit von Grabbeigaben (s.o.). Oder man kommt in ein Totenreich, eine andere Welt: Dafür sprechen die unzähligen Grabbeigaben sowie die ebenfalls unzähligen Andersweltbeschreibungen in der inselkeltischen Literatur.

 

Was jetzt Lucan betrifft, so denke ich wie Birkhan, dass man sich davor hüten sollte, „orbe alio“ allzu schnell als „Anderswelt“ im Sinne der inselkeltischen Literatur zu deuten, denn welcher „Glieder“ bedarf ein Geist in einer geistigen Welt? M.E. ist orbe alio hier nur ein Ausdruck für die irdische Welt, die in Zukunft ja „anders“ aussieht als heute. Und in der irdischen Welt benötigt man bekanntlich Glieder, um als Lebewesen zu gelten. Auch das lange Leben, das vom Tode unterbrochen wird, klingt für mich eher nach menschlicher Wiedergeburt als an ein Weiterleben im Jenseits.

 

Ich möchte hier die Auflösung des Dilemmas vorwegnehmen und anschließend die Quellen selbst sprechen lassen:

 

Eine Möglichkeit wäre, dass die Jenseitsvorstellungen zeitlich und örtlich variierten. So könnten die einen an eine Wiedergeburt geglaubt haben und die anderen an ein Eingehen der Seele in die Andere Welt oder gar an ein Weiterleben des „lebenden Leichnams“ im Grabe. Da „die Kelten“ ja kein homogenes Volk waren, sondern es lediglich ein Kulturbegriff zur Vereinfachung darstellt, wären auch unterschiedliche Jenseitsvorstellungen denkbar.

 

Das Dilemma bleibt aber irgendwie trotzdem, denn genauso häufig, wie man Grabbeigaben in antiken keltischen Gräbern findet (und zwar meistens) genauso hartnäckig behaupten die klassischen Autoren, die Kelten hätten an Wiedergeburt geglaubt. Eine mögliche Lösung für dieses Problem könnte zwischen den Zeilen des Hinweises von Diodorus Siculus liegen, der meint: „[...], dass die Seelen der Menschen unsterblich seien und nach einer bestimmten Zeit von Jahren noch einmal lebten, wobei die Seele in einen anderen Körper eingehe.“ Genau dieses „nach einer bestimmten Zeit“ wäre hier der Schlüssel für die Antwort auf die Frage: „Was machen die Seelen in der Zeit zwischen dem Tod ihres alten Körpers und der Geburt ihres neuen?“ Genau hier könnte man das Totenreich, die Anderswelt einfügen. Die Seele würde also nach dem Tode in die Anderswelt eingehen, wo es ihr, wie weiter unten beschrieben, offenbar sehr gut geht, und nach „einer bestimmten Zeit“ würde sie wiedergeboren werden. Auch im Hinduismus wird man normalerweise nicht sofort wiedergeboren, sondern kommt auch erst in Jenseitswelten, wo man auf die nächste Wiedergeburt wartet.

 

Dies wäre m.E. eine elegante Lösung. Bleibt nur das Problem der Ahnenverehrung, wie auch in Sapsutas Geschichte beschrieben. Wenn jede Seele irgendwann wiedergeboren wird, lebt sie ja im neuen Körper weiter und nicht in der Anderswelt. Wie aber kann man dann die Verehrung von Helden und Ahninnen postulieren, wenn die beopferten und geehrten Gräber und Statuen „seelenleer“ sind? Eine Möglichkeit wäre, dass berühmte Ahn/innen einfach nicht wiedergeboren werden, was aber gerade im Widerspruch zu den inselkeltischen Geschichten stünde (s.u.), wo gerade die besonderen Held/innen wiedergeboren werden. Eine andere Möglichkeit wäre, dass es nicht nur eine Seele gibt, sondern mehrere Seelenanteile. Das heißt, eine „Ahnenseele“ verbleibt irgendwo in der Anderswelt und kann von den Lebenden verehrt werden, und eine dynamische Seele wird wiedergeboren. Wenn man diese Theorie konsequent weiterdenkt, würde das bedeuten, dass jeder Mensch unzählige Seelen hätte, nämlich die eine eigene, die von Körper zu Körper sprintet, und viele andere, die er als Ahnengeister in der Anderswelt zurücklässt. Ich überlasse es hier der geneigten Leserin und dem geneigten Leser, sich über dieses Problem weiterhin den Kopf zu zerbrechen ...






Wiedergeburt

 

Caesar schreibt im „Gallischen Krieg“ (6,14,5): „Vor allem wollen sie davon überzeugen, dass die Seelen nicht vergehen, sondern nach dem Tode von den einen auf die anderen übergehen, und sie glauben, dass dies ganz besonders zur Tapferkeit ansporne, weil die Furcht vor dem Tode entfalle.“

 

Pomponius Mela berichtet „Ein Punkt ihrer Lehre ist zu allgemeiner Kenntnis gedrungen: um nämlich das Volk für den Kampf recht geeignet zu machen, lehren sie, die Seele sei unsterblich und nach dem Tode beginne bei den Verstorbenen ein neues Leben.“

 

Valerius Maximus (s.o.) berichtet von der Unsterblichkeit der Seele und vergleicht diesen Glauben mit dem des Pythagoras. Ebenso Diodorus Siculus (s.o.): „Bei ihnen herrscht nämlich die Lehre des Pythagoras, dass die Seelen der Menschen unsterblich seien und nach einer bestimmten Zeit von Jahren noch einmal lebten, wobei die Seele in einen anderen Körper eingehe.“

 

Im Gegensatz zur hinduistischen oder pythagoreischen Lehre, so meint De Vries, müsste man sich die Wiedergeburt bei den Kelten als Wiedergeburt im eigenen Stamm vorstellen. Er vergleicht es mit germanischen und anderen archaischen Vorstellungen, wo man das Wiederaufkeimen der Seele z.B. des Urgroßvaters im neugeborenen Enkel erkannte, und das unter Umständen an körperlichen oder charakterlichen Ähnlichkeiten festmachte. Andererseits spräche in den Quellen auch nichts Gravierendes dagegen, dass die Seele in x-beliebigen neuen Körpern inkarnierte.

 

Weiters dürften die Kelten, zumindest nach den antiken Zeugnissen, nicht als Tier oder Pflanze wiedergeboren worden sein. Es scheint eher nur die Wiedergeburt als Mensch infrage zu kommen. Tierische oder sogar pflanzliche Inkarnationen findet man erst in der mittelalterlichen inselkeltischen Literatur: 

 

Die Wiedergeburtsgeschichten dort scheinen mir recht überschaubar, wenn man konsequent alle Geschichten, die reine Verwandlungen darstellen, weglässt und sich tatsächlich auf Geschichten konzentriert, in denen gestorben und wiedergeboren wird.

 

Die Sage um „Túan mac Cairill, wie er sie dem Heiligen Finnén von Mag Bile erzählte“ berichtet von Túan, einem der ersten Einwanderer Irlands, der als einziger überlebt und, damit er die gesamte Geschichte Irlands mitbekommt, von einer Tiergestalt in die nächste wechselt. Das läuft so ab, dass er altert und schwach wird und sich in eine Höhle zurückzieht, wo er sich „ausruht“ und am nächsten Tage in einer anderen Tierform, jung und frisch, wieder erwacht. Der Mythos von den „beiden Schweinehirten” erzählt von zwei zauberkräftigen Schweinehirten, die ihre magischen Kräfte messen und sich hiefür in immer andere Tiere verwandeln. Zum Schluss sind sie Wasserwürmer und werden von Kühen verschluckt, die sie als Kälber wieder gebären. In der „Brautwerbung um Étaín“ geht es um Étain, eine Königstochter der Síde, die in eine Fliege verwandelt wird und von einer Frau Jahrzehnte später verschluckt wird, die daraufhin schwanger wird und die „neue“ Étain auf diese Weise wieder gebiert. Ähnlich in der „Geschichte des Taliesin“, wo Gwion Bach, in ein Korn verwandelt, von der Zauberin Ceridwen, die sich in ein Huhn verzaubert hatte, verschluckt wird und neun Monate später als berühmter Barde Taliesin von (der wieder menschlichen) Ceridwen erneut geboren wird.

 

Die interessanteste Geschichte, wie ich finde, ist die von Cú Chulainn in der Sage um seine Zeugung und Geburt: Deichtine traf in der Anderswelt auf eine Frau in den Wehen, der sie bei der Geburt beistand. Aus nicht näher erläuterten Gründen nahm sie den Säugling an sich und wurde, zurück in der normalen Welt, seine Pflegemutter. Nach einiger Zeit wurde der Junge krank und starb. Deichtine trank daraufhin Wasser und verschluckte versehentlich ein „kleines Geschöpf“, worauf sie schwanger wurde und von Lugh träumte, der sich als Vater des Kindes entpuppte und Deichtine sagte, sie möge den Kleinen Sétanta nennen. Deichtine wurde mit Sualdam mac Roich verheiratet und erbrach vor der Hochzeitsnacht den Fötus. Von Sualdam wurde sie nun wieder schwanger und gebar alsdann Sétanta Nummer drei (der später Cú Chulainn genannt wurde). Diese Geschichte könnte vielleicht eine theologische Antwort auf die hohe Kindersterblichkeit der damaligen Zeit gewesen sein, wie Birkhan bemerkt. Vielleicht suchte die Seele nach dem „richtigen“, nach einem „lebensfähigen“ Körper.

 

Diese Geschichten könnte man als weiteren Beweis für den Wiedergeburtsglauben bei den Kelten nehmen, wenn nicht, wie Le Roux / Guyonvarc’h und De Vries anmerken, ausschließlich nur besondere Leute, ja Andersweltwesen wiedergeboren würden. Taliesin, Cú Chulainn, Étain, Túan, die zauberischen Schweinehirten -- sie alle sind im Prinzip keine „normalen“ Menschen. Es könnte also, so die Kritik, sein, dass nur besondere Menschen, Helden, Halbgöttinnen wiedergeboren würden, während die normalen Menschen in die Anderswelt eingingen. 






Anderswelt

 

„Hier bring ich euch einen Ast vom Apfelbaum aus Emain,

fast ähnlich denen, die euch bekannt sind,

aber er hat weißsilberne Zweige

und kristallene Triebe und Blüten.

 

Er stammt von einer fernen Insel

mit herrlich anzusehenden Wiesen und Triften,

ihre Bewohner vergnügen sich darauf mit Wettspielen,

Boote kämpfen gegen Streitwagen -

 

- dort im südlichen Mag Findagart, dem weißsilbernen Land.

Mitten darin steht ein uralter Baum voller Blüten;

Vögel singen in seinem Laub und laden ein mit ihrem Lied

zu stündlicher Zusammenkunft in Frieden und Eintracht.

 

Schmerz und Betrübnis sind unbekannt in Emain,

es gibt dort keinen Kummer, keine Sorge, keinen Tod.

Freiheit von Krankheit und Gebrechlichkeit

kennzeichnen die Insel Emain,

 

ein Wunder, das sonst nirgends auf der Welt begegnet.

Vielgestaltige Insel Emain mitten im Meer,

wunderbar anzusehen, ob aus der Nähe oder aus der Ferne,

tausende von Frauen verschiedenster Schönheit bevölkern dich,

 

umflossen von klarer See.

Aircthech, Land des Überflusses,

Ciúin, Land des Friedens,

Ildathach, Land der Farbenfülle.“

 


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Die Cliffs of Mohair oder ähnliche stimmungsvolle Aussichten auf die See tragen zu phantastischen Vorstellungen über ferne Andersweltineln bei.

Die Schilderung der Botin aus Emain Ablach, der „Insel der Äpfel“ aus der Geschichte „Die Seereise des Bran mac Febail und seine abenteuerliche Fahrt“, mit der sie Bran Appetit auf ihr Land des paradiesischen Glücks, der Erfüllung macht, führe ich als Beispiel an für die unzähligen ähnlichen Schilderungen in mittelalterlichen walisischen und irischen Sagen und Märchen (s.u. die Quellen, auf die ich hier aus Platzgründen nicht eingehen kann). Auffällig bei den meisten dieser Andersweltgeschichten ist, dass die Helden kaum Tote sind, sondern lebende Menschen, die meist von schönen Frauen in die Anderen Welten gelockt werden. Maier (2001) zweifelt daher grundsätzlich daran, dass die Anderswelten Totenreiche sind -- sondern wohl in erster Linie Wohnorte der Sídhe, der Feen, der Gottheiten, der Unsterblichen, in die besondere Helden eingeladen werden.  

 

So ganz ausschließen kann man aber die Anderswelten als Totenreiche auch nicht. Hier ein paar Beispiele für inselkeltische Jenseitswelten:

 

Prokopios von Kaisareia (6. Jhdt. n. Chr.) berichtet, dass die Seelen der Verstorbenen in Booten von der nordfranzösischen Küste über den Kanal nach Britannien fuhren. Und zwar wurden die Boote von Fährleuten gefahren, die in den Fischerdörfern wohnten. Diese Fährleute wurden um Mitternacht von unsichtbaren Mächten geweckt und begaben sich wie in Hypnose zum Strand, wo sie fremde, leere Boote vorfanden. Sie begaben sich zu ihrem Platz am Ruder und merkten am Schwererwerden des Bootes, dass die Seelen einstiegen. Wenn die Boote voll von den unsichtbaren Seelen waren, ruderten sie nach Britannien hinüber, und brauchten dafür nur eine Stunde. An der Küste Britanniens stiegen die Seelen aus und gingen an Land, was die Fährleute am Leichterwerden der Boote merkten. Alsdann fuhren sie wieder zurück auf das Festland. Die Fährleute hörten an der britannischen Küste die Stimme eines Seelengeleiters, der die Toten einzeln beim Namen rief, und zwar zusammen mit der gesellschaftlichen Stellung, die sie im Leben bekleidet hatten und die väterliche Abstammung. Frauen nannten dazu ihren männlichen Vormund. 

 

Tech nDuinn, das „Haus des Donn“ wiederum ist eine kleine Insel bei der Insel Dursey, in der Nähe der Halbinsel Béara. Der Sage nach kommen alle Menschen nach ihrem Tode dort hin. Ynys Enlli oder Bardsey-Island in Wales gilt als Andersweltinsel, von der behauptet wird, dass 20.000 Heilige dort bestattet seien. Und dann möchte ich nocheinmal auf die Seelenvogelinsel in der Seefahrergeschichte des Mael Dúin (s.o.) hinweisen.

 

Faszinierend bei diesen Schilderungen, abgesehen von Mael Dúins Insel, ist, dass es sich bei all diesen Inseln um reale Orte handelt. Seelen fahren nach Britannien oder auf kleine Inseln, die man als Sterblicher jederzeit leicht besuchen kann. Weitere reale Orte, die in den Mythen als Anderswelt gelten, sind unter anderem Spanien oder Griechenland (als Ursprungsorte diverser mythischer Einwanderer), diverse Höhlen (z.B. die von Cruachain) und Inseln (oder das Meer selbst bzw. das Land darunter) und Megalithanlagen (z.B. Newgrange). Vor allem letztere gelten als Sídhe, als Wohnsitze der gleichnamigen Feenwesen oder verniedlichten „Ex-Gottheiten“ (Tuatha Dé Danann), von denen gesagt wird, dass sie in diesen Hügeln glückselig wohnen.

 

Oft aber bleibt die Verortung der Anderswelt im Dunkeln. Da ist nur von „Inseln im Norden“, „fernen Inseln“, dem „Land unter dem Meer“ oder ähnlichem die Rede, oder nur der Eingang zur Anderen Welt (oft Wälder, Höhlen, Flüsse, das Meer, der Nebel oder das Samain-Fest als magische Zeit, wo überall die Eingänge zur Anderswelt offen scheinen) ist in der realen Welt fassbar.

 

Die Bezeichnungen der Anderswelt sind recht unterschiedlich, aber sehr bezeichnend: Die Anderswelt selbst (bzw. Nichtwelt, Un-Welt, Innen-Welt) heißt im Irischen Tír n-aill, im Walisischen Annwfn, was in späterer Zeit aus christlicher Sicht auch „Hölle“ bedeutete. Die aus den Arthur-Geschichten bekannte Apfelinsel Avalon ist auch im Irischen (s.o.) als Emain Ablach und im Walisischen als Ynys Afallach bekannt. Die bereits erwähnten Feenhügel, die Sídhe, finden sich als Fremdwort im Walisischen als Caer Sidi (Jenseits-Festung) und kommen wahrscheinlich aus dem Lateinischen „sedes“, Griechisch hedos, „Sitz, Wohnsitz“, womit zumeist neolithische Anlagen gemeint sind. Weitere irische Andersweltbezeichnungen sind: Tír na n-óg - „Land der Jugend“, Tír na mban -- „Land der Frauen“, Mag mell oder Tír Tairngiri -- „Land des Glücks, Paradies“, Tír na mbéo -- „Land der Unsterblichen“ oder Mag Mór -- „große Ebene“.

 

Für die festlandkeltische Antike könnte man *Dubnos - „untere Gewässer, Unterwelt“ oder *Albios -- „weißes Land, Himmel, Oberwelt“ als mögliche Anderswelten annehmen, oder aber *Andounna, was etymologisch mit dem Walisischen Annwfn zusammenhängt und auf einem Weihestein von Collias zu finden ist, wo eine gleichnamige Matronentrias genannt wird. Ob der Namen der „Matres“ *Andounnae tatsächlich auf der Bezeichnung für Anderswelt fußen, bleibt dabei natürlich fraglich.

 

Die meisten Beschreibungen der Anderswelt stellen diese als glücklichen Ort dar. Le Roux /  Guyonvarc’h meinen sogar, dass alle sozialen Unterschiede in der Anderswelt aufgehoben sind, was man zwar aus den inselkeltischen Schilderungen so durchaus ableiten könnte, was aber zumindest den unterschiedlich reichen Grabbeigaben der antiken Keltike widerspräche, die eher auf eine Beibehaltung der sozialen Situation in der Anderswelt hindeuten würden. Düstere Anderswelten gibt es eher selten, und wenn, dann meist bei den inselkeltischen „Odysseen“, den „immram“ genannten Mythen, wo sie der Spannung für die Abenteuer dienen (eine abenteuerliche Irrfahrt, wo alle Inseln voller Frieden und Glück sind, wäre auch ziemlich langweilig). Anderswelten als höllische Orte gibt es überhaupt erst in der späteren, schon sehr von christlichem Einfluss geprägten Literatur. In den frühen Beschreibungen fehlen höllische Vorstellungen. Hier stelle ich mir auch die Frage, inwieweit sich die paradiesischen Beschreibungen wirklich von christlichen Himmelsvorstellungen ableiten, wie Birkhan und v.a. Maier postulieren. Denn andere christliche Motive, wie z.B. Sünde und Buße oder eben die Höllenvorstellungen fehlen in den Andersweltgeschichten völlig. Eine Übernahme von antiken Vorstellungen des Elysions scheint mir hier fast eher schlüssig, wenn es sich denn nicht wirklich um eine keltische Erfindung handelt.

 

Zuletzt noch zu den Gottheiten der Anderswelt bzw. der Toten und des Todes (wenn man einmal davon absieht, dass ja im Prinzip alle Göttinnen und Götter in der Anderswelt wohnen):


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Römerzeitlicher Weihealtar für die Göttin Nantosuelta und den Gott Sucellos aus Sarrebourgh / Frankreich

Für Irland wären zu nennen: Manannán Mac Lir, der Gott der Isle of Man, Midir, der Gott vom Síd Brí Léith, Donn (s.o.) oder Tethra, der König des Landes unter dem Meer.

Die walisischen Anderswelten werden beherrscht von: Avallach und Modron, dem König und seiner Tochter in Annwfn oder von Arawn, dem König von Annwfn in der Geschichte „Pwyll König von Dyfed“. Morgane, die Herrin von Avalon, wird in der Vita Merlini von Geoffrey of Monmouth erwähnt.

Bei den Festlandkelten wäre am ehesten das göttliche Paar Nantosuelta und Sucellos zu erwähnen. Sie werden auf einem Weihestein von einem Raben begleitet. Nantosuelta könnte „sonniges Tal“ bedeuten, Sucellos ist „der gute Schläger“. Nantosuelta hält auf einer Stange ein kleines Häuschen, was man als Urne deuten könnte, und Sucellos einen langstieligen Hammer oder Schlägel, der sehr an den römischen Unterweltsgott Dis Pater erinnert, welcher auch von Caesar als Urahn der Gallier erwähnt wird. Inschriftlich oder historisch mit Dis Pater werden auch folgende keltische Götter verglichen: Ogmios (der in seiner beschriebenen Darstellung -- er zieht eine Menge Leute an Ketten hinter sich her -- auch ein Seelengeleiter sein könnte), Taranis (in den Lucan-Scholien, was wundert, da Taranis auch der mit Iuppiter verglichene himmlische Donnergott ist) und Smertrios, ein Gott, der mit einem Knüppel dargestellt wird, mit dem er eine Schlange erschlägt. Als Göttin wäre hier noch Aerecura anzuführen, die mit Proserpina, der röm. Göttin der Unterwelt verglichen wird.






Fazit und neuheidnischer Ausblick

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass, wie bei den meisten archaischen Gesellschaften auch, der Tod bzw. der Umgang mit den Toten voll von Tabus, Ängsten, Hoffnungen und darauf basierenden Ritualen war. Wenn Caesar sagt, dass Begräbnisse aufwendiger gestaltet waren als der Rest des gallischen Lebens, so kann man das getrost glauben. Ähnliches las ich vor Kurzem in einer ethnologischen Beschreibung über Zaubereiglauben in Westafrika (David Signer, „Die Ökonomie der Hexerei“): Für die todkranke Mutter ist kein Geld da. Wenn diese aber stirbt, stürzt sich die Familie in Unkosten, um ein korrektes traditionelles Begräbnis finanzieren zu können.

 

Obwohl also kein Karma, keine Hölle, keine Belohnung oder Bestrafung oder sonstige vom Leben abhängige Konsequenzen die keltischen Wiedergeburts- und Andersweltvorstellungen zu bestimmen scheinen, wird der Tod zu einem aufwändigen sozialen und religiösen Ereignis.

 

Das Dilemma zwischen Wiedergeburt, Anderswelt, lebensnah ausgestattete Grabkammern für „lebende Leichname“ und Ahn/innenverehrung kann zwar logisch aufgelöst werden, aber mehr als Spekulationen erhält man daraus nicht, da die Quellen zu dieser Problematik schweigen. Auch die Frage, ob in der Anderswelt die sozialen Verhältnisse aus dem Leben bestehen bleiben oder aufgelöst werden, kann aufgrund der zusammenfassend betrachteten Quellen nicht befriedigend beantwortet werden.

 

Wie auch immer: als Anhängerin des keltischen Neuheidentums gibt es für mich keinen Grund, Angst vor dem Tod zu haben, wenn auch die von De Vries ins Rennen geführten menschenfressenden La Tène-Monster leicht besorgniserregend sind (naja, er muss ja mit dieser Hypothese nicht Recht haben ...). Ob ich nun wiedergeboren werde oder in einer glücklichen Anderswelt verweile, oder erst in die Anderswelt komme, um nachher wiedergeboren zu werden – all das scheint eine interessante Option fürs Leben danach zu sein. Damit es meiner Seele nach dem Tode auch an nichts fehlt, hätte ich gerne an der irischen Westküste einen netten kleinen Grabhügel mit Blick aufs Meer und als Grabbeigabe neben den obligatorischen Spanferkeln drei Fässer voll Guinness, eine Flasche Single Malt und einen Fernseher mit mindestens 100 Anderswelt-Programmen!


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Ausblick auf den rekonstruierten Grabhügel vom Glauberg. Foto: Ulrike Schepp

Quellen:

 

BIRKHAN Helmut, „Keltische Erzählungen vom Kaiser Arthur 2“,

Verl. Phaidon, Essen 1989, ISBN 3-88851-088-0,

„Preiddeu Annwfn ��" Die Beraubung der Anderen Welt“, S. 107 ff.

 

BIRKHAN Helmut, „Kelten ��" Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur“,

Verl. der österr. Akademie d. Wissenschaften, Wien 1997, ISBN: 3-7001-2609-3,

„Die andere Welt und der Tod“ und „Das Totenbrauchtum“, S. 838 ff.

 

BIRKHAN Helmut, „Kelten ��" Bilder ihrer Kultur“,

Verl. der österr. Akademie d. Wissenschaften, Wien 1999, ISBN 3-7001-2814-2,

zahlreiche Abbildungen von keltischen Grabinventaren und Gräbern.

 

DE VRIES Jan, „Keltische Religion“,

edition amalia, Grenchen 2006 (reprint), Erstauflage: Kohlhammer, Stuttgart 1961, ISBN 3-905581-20-5,

„Die Vorstellungen von der Totenwelt und vom Weltenende“, S. 248 ff.

 

Hessische Kultur GmbH (Hrsg.), „Das Rätsel der Kelten vom Glauberg -- Glaube, Mythos, Wirklichkeit“,

Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in Hessen, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1592-8,

zahlreiche Abbildungen von Grabinventaren und Statuen.

 

HETMANN Frederik, „Die Reise in die Anderswelt -- Feengeschichten und Feenglaube in Irland“,

Diederichs/Heyne, München 1996 (Erstauflage 1981 bei Diederichs), ISBN 3-453-11991-1

Immram Curaig Maíle Dúin ��" Die Fahrt des Bootes von Mael Dúin“, S. 229 ff.

 

KINSELLA Thomas (Übers. v. Irischen ins Englische), SCHAUP Susanne (Übers. v. Englischen ins Deutsche), „Der Rinderraub ��" Altirisches Epos“,

Heimeran-Verlag, München 1976, ISBN 3 7765 02118,

„Compert Chon Culainn - Wie Cú Chulainn gezeugt wurde“, S. 43 ff.

 

LAUTENBACH Fritz, „Der keltische Kessel ��" Wandlung und Wiedergeburt in der Mythologie der Kelten. Irische, walisische und arthurianische Texte“,

Urachhaus, Stuttgart 1991, ISBN 3 87838 911 6,

„Túan mac Cairill do Fhinnén Maige Bile inso sís ��" Die Geschichte des Túan mac Cairill, wie er sie dem Heiligen Finnén von Mag Bile erzählte“, S. 34 ff.,

„De Gabáil in t-shída in-so sís ��" Die Besitzergreifung des Sídh“, S. 107,

„De Chophur in dá muccida ��" Die beiden Schweinehirten“, S. 109 ff.,

„Seirgligi Con Culaind inso sís 7 óenét Emire ��" Cú Chulainns Krankenlager wie folgt und Emers einzige Eifersucht”, S. 178 ff.

„Laoidh Oisín ar Thír na n-óg, mar d’aithris sé do Phádruig naomhtha ��" Oisíns Lied über das Land der Jugend, wie er es dem heiligen Patrick vortrug“, S. 229 ff.,

uva. Sagen über die Andere Welt.

 

LE ROUX Francoise u. GUYONVARC’H Christian-J., „Die Druiden“,

Arun-Verlag, 2. Aufl. Engerda 1998, Original: „Les Druides“, ISBN 3-927940-34-8,

„Die Unsterblichkeit der Seele“ und „Die Andere Welt und das Síd“, S. 344 ff.

 

MAIER Bernhard, „Das Sagenbuch der walisischen Kelten ��" Die vier Zweige des Mabinogi“,

dtv, München 1999, ISBN 3-423-12628-0

„Pwyll Pendefig Dyfed - Pwyll, Fürst von Dyfed“, S. 9 ff.

 

MAIER Bernhard: „Die Religion der Kelten ��" Götter, Mythen, Weltbild“, C.H.Beck Verl., München 2001, ISBN 3 406 48234 1,

„Jenseitsvorstellungen“, S. 132 ff.

 

www:

 

Alle angegebenen Mythen findet man in englischen Originalübersetzungen auf entsprechenden Websites:

 

http://celt.ucc.ie/language.html

 

http://www.sacred-texts.com/neu/celt/index.htm

 

http://www.maryjones.us/ctexts/index.html